Politik

"Recht und Ordnung durchsetzen" Israelische Armee greift Hamas-Trupps an

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Bis Mittag seien vier militante Trupps angegriffen worden, teilte die israelische Armee mit.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Seit drei Tagen liefern sich die Hamas und die israelische Armee Gefechte. Der Konflikt spitzt sich immer weiter zu. Auch in den Städten werden die Spannungen zwischen Juden und Arabern größer. Verteidigungsminister Gantz kündigt eine "deutliche Verstärkung" der Sicherheitskräfte in ganz Israel an.

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben mehrere Gruppen von Hamas-Kämpfern beschossen, die Panzerabwehrraketen abfeuern wollten. Bis Mittag seien insgesamt vier militante Trupps aufgespürt und angegriffen worden, teilte das Militär mit. Zudem hätten Streitkräfte ein Militärgelände mit drei Vorrichtungen zum Abschuss von Panzerabwehrraketen auf einem Gelände der Hamas getroffen.

Verteidigungsminister Benny Gantz kündigte zudem eine "deutliche Verstärkung" der Sicherheitskräfte in ganz Israel an. "Es ist jetzt notwendig, die Kräfte vor Ort deutlich zu verstärken, um Recht und Ordnung durchzusetzen", sagte Gantz. Bei den Kräften handele es sich um Reservisten der israelischen Grenzpolizei.

Nach Darstellung der israelischen Cogat-Behörde, die für die Verbindungen Israels mit der palästinensischen Seite zuständig ist, hatte die Hamas mit einer Rakete versehentlich eine Stromleitung in Gaza beschossen. Laut der israelischen Armee gingen seit Montagabend insgesamt rund 400 Raketen noch im Gazastreifen nieder und erreichten Israel nicht. 230.000 Menschen seien ohne Strom.

Auch Leitungen von Kläranlagen sollen nach Angabe der Behörde beschädigt worden sein. Zudem hat die Hamas demnach eine Entsalzungsanlage abgeschaltet. Eine Viertelmillion Menschen soll deshalb von der Wasserversorgung abgeschnitten sein. Weitere Details nannte die Behörde nicht. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen.

Viele Kinder unter den Toten

Militante Palästinenser im Gazastreifen haben laut israelischem Militär bislang insgesamt mehr als 1600 Raketen auf Israel abgefeuert. Das israelische Militär habe bislang rund 600 Ziele im Gazastreifen beschossen. Seit Beginn des Beschusses aus dem Gazastreifen am Montagabend starben demnach bislang sieben Menschen in Israel, sechs Zivilisten und ein Soldat. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza starben in dem Küstengebiet im gleichen Zeitraum 83 Menschen, darunter mindestens 17 Kinder.

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In mehreren israelischen Städten hat auch die Spannungen zwischen jüdischen und arabischen Israelis stark zugenommen. Die Polizei berichtete am späten Mittwochabend von gewaltsamen Zwischenfällen in Akko, Haifa und Lod. In Bat Yam südlich von Tel Aviv wurde ein mutmaßlich arabischer Einwohner von einer wütenden Menge ultranationalistischer Juden attackiert.

"Die Gewalt innerhalb Israels hat ein Ausmaß erreicht, wie man es seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat", sagte Polizeisprecher Micky Rosenfeld. Mehrere hundert Menschen seien festgenommen worden. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu prangerte die Gewalt als "inakzeptabel" an.

Quelle: ntv.de, lri/dpa/AFP

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