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Nach Anschlag auf Palästinenser Israels Polizei nimmt radikale Siedler fest

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Der Familienvater Saad Dawabscha erlag nach dem Brandanschlag seinen Verletztungen und wurde in Duma beerdigt.

(Foto: REUTERS)

Ein Brandanschlag im Westjordanland zerstört eine palästinensische Familie: Vater und Sohn sind tot, ein weiterer Sohn und die Mutter schwer verletzt. Verantwortlich dafür sollen extremistische Juden sein. Die Polizei fasst mehrere Tatverdächtige.

Anderthalb Wochen nach dem tödlichen Brandanschlag auf Palästinenser im Westjordanland hat die israelische Polizei mehrere Verdächtige festgenommen. Sie wurden bei Razzien in wild errichteten Außenposten jüdischer Siedler gefasst, wie die Polizei mitteilte. Zugleich verhängten die Behörden gegen zwei weitere extremistische Juden sechs Monate Verwaltungshaft. Israels Ministerpräsident Netanjahu hatte vorher versprochen, alles zu tun, damit die Täter gefasst werden.

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Israelische Friedensaktivisten kamen zum Haus der angegriffenen Familie in Duma.

(Foto: picture alliance / dpa)

In dem palästinensischen Dorf Duma waren Ende Juli Brandanschläge auf zwei Häuser verübt worden, ein Kleinkind verbrannte bei lebendigem Leibe. Der Vater erlag am Samstag seinen Verletzungen. Auch die Mutter und ein vierjähriger Bruder erlitten schwerste Brandwunden.

Die Razzien gegen radikale jüdische Siedler begannen in der Nacht zum Sonntag und dauerten am Vormittag an. Nach übereinstimmenden Berichten in israelischen Medien wurden in der illegalen Siedlung Adei Ad, in der direkten Nachbarschaft von Duma, zwei Menschen festgenommen. In einem illegalen Außenposten der einige Kilometer weiter südlich gelegenen Siedlung Kochav Haschachar seien sieben junge Siedler-Aktivisten in Polizeigewahrsam genommen worden, hieß es.

Vertreter der "Hügel-Jugend" in Haft

Verteidigungsminister Mosche Jaalon verhängte zudem eine sechsmonatige Verwaltungshaft gegen Meir Ettinger, einen der bekanntesten Vertreter der radikalen "Hügel-Jugend" aus den Siedler-Außenposten. Ettinger war am vergangenen Montag auf Drängen des Inlandsgeheimdienstes festgenommen worden.

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Bei dem Anschlag wurde auch ein Kleinkind getötet.

(Foto: REUTERS)

Der Geheimdienst hält ihn für den Kopf einer Gruppierung, die für mehrere Anschläge auf Klöster und Kirchen verantwortlich ist. Auch wegen des Brandanschlags in Duma wird gegen ihn wegen Anstiftung ermittelt. Auch der am Dienstag festgenommene jüdische Ultranationalist Eviatar Slonim kam am Sonntag ebenfalls für ein halbes Jahr in Administrativhaft.

Diese Maßnahme, die eine letztlich unbegrenzte Inhaftierung von Verdächtigen ohne Anklage und Verfahren ermöglicht, wird in Israel äußerst selten gegen Juden, dagegen regelmäßig gegen palästinensische Aktivisten angewendet.

Hamas ruft zur "Konfrontation" auf

Der Brandanschlag hatte zu gewaltsamen Protesten geführt. Hamas-Sprecher Hossam Badran schrieb am Samstag auf Facebook, nichts werde "diese mörderischen Siedler-Attacken stoppen". Die Palästinenser im Westjordanland hätten "nur eine Wahl: die offene und umfassende Konfrontation mit dem Besatzer". Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas hatte dagegen angekündigt, wegen des Brandanschlags Beschwerde beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag einzureichen.

Der Familienvater Saad Dawabscha wurde am Samstagnachmittag in Duma beerdigt. Tausende kamen zur Trauerfeier, viele schwenkten palästinensische Fahnen, andere hatten Bilder der Opfer dabei.

Quelle: n-tv.de, hul/AFP

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