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Eine Billion Dollar Schaden Kennedy verhängte das Kuba-Embargo

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Diese Gebäude in Havanna könnte demnächst die US-Botschaft beherbergen.

(Foto: dpa)

Das seit Jahrzehnten bestehende Embargo der USA auf Kuba soll wirtschaftliche Schäden in Höhe von 1,1 Billionen US-Dollar verursacht haben. In Havanna spricht man von einem "Finanzkrieg", der die "wirtschaftliche Entwicklung des Landes verhindere".

Als Reaktion auf die 1956 gestartete Revolution von Fidel Castro haben die USA 1961 die diplomatischen Kontakte zu Kuba abgebrochen. Nach der gescheiterten Schweinebucht-Invasion zum Sturz Castros im selben Jahr verschärfte US-Präsident John F. Kennedy im Februar 1962 Wirtschaftssanktionen gegen Kuba, um einen Regierungswechsel zu erzwingen. Das Embargo gilt für die Wirtschafts-, Handels- und Finanzbeziehungen.

In den ersten 30 Jahren wurden die Auswirkungen durch Hilfe der Sowjetunion in Höhe von geschätzten fünf Milliarden Dollar pro Jahr gemildert. Nach dem Zusammenbruch des osteuropäischen Bruderstaates 1991 war die kubanische Wirtschaft den Folgen des US-Boykotts dann ohne sowjetische Unterstützung ausgesetzt.

In den 90er Jahren verschärften die USA die Sanktionen mehrmals, indem sie den Handel mit Kuba über ausländische Firmen unter Strafe stellten. Das US-Embargo wurde immer wieder von der UN-Generalversammlung verurteilt. Lediglich die USA und Israel stimmten in den letzten Jahren jeweils gegen die nicht bindende Resolution, die das Ende des Embargos forderte, zuletzt am 28. Oktober. Kubas Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla bezifferte den angerichteten Schaden damals auf eine Billion Dollar (800 Milliarden Euro).

Als Folge des vom langjährigen Staatschef Fidel Castro als "mörderisch" bezeichneten Embargos haben kubanische Unternehmen Schwierigkeiten, an Ersatzteile für Maschinen zu kommen. Auch Firmen, die ihren Sitz nicht in den USA haben, meiden aus Furcht vor US-Sanktionen Handelsbeziehungen mit der Karibikinsel. Hart wird die kubanische Wirtschaft auch davon getroffen, dass die USA mit Druck auf ausländische Banken Finanzgeschäfte auf Kuba verhindern. Das Embargo erschwert zudem Reisen von US-Bürgern nach Kuba.

EU verfolgt keine Sanktionen mehr

In den vergangenen Jahren wurde das Embargo in Teilen gelockert. Die US-Agrarlobby schlug im Jahr 2000 eine spürbare Bresche in den Handelsboykott; seither werden in großen Mengen Lebensmittel und Medikamente aus den USA auf die Karibikinsel geliefert, die 84 Prozent ihrer Nahrungsmittel im Ausland einkauft. Seitdem haben die USA bei den Lebensmittelimporten sogar Europa als größter Handelspartner abgelöst.

Dennoch schnüren die bestehenden Schranken des Embargos die kubanische Wirtschaft weiter ab. Und dieses Kardinalproblem besteht weiterhin, wie Raúl Castro klarstellte. Die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen ändere daran zunächst nichts.

Die EU hatte ihre Sanktionen gegen Kuba 2005 ausgesetzt und nach ersten Reformschritten von Castros Bruder Raúl, der 2008 die Präsidentschaft übernahm, endgültig aufgehoben.

Quelle: n-tv.de, ppo/AFP

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