Politik

Weil die Schweiz sich sträubt Deutschland produziert Gepard-Munition für Ukraine

Der Gepard hilft der Ukraine seit Monaten bei der Verteidigung gegen Russland. Doch die Munition wird knapper - und neue ist schwer zu beschaffen, denn die Bundeswehr hat den Flugabwehrpanzer ausgemustert und die Schweiz liefert nicht. Nun wird die Produktion wieder hochgefahren.

Deutschland wird nach Angaben von Verteidigungsminister Boris Pistorius wieder in die Fertigung von Munition für den Flugabwehrpanzer Gepard einsteigen. "Die Verträge für die Produktion von Gepard-Munition sind unterschrieben", sagte Pistorius vor dem NATO-Verteidigungsministertreffen in Brüssel. Produziert wird die Munition vom Rüstungskonzern Rheinmetall - und das "unverzüglich".

Man habe sich für den Schritt auch entschieden, um nicht von der Schweiz abhängig zu sein, betonte der SPD-Politiker. Die Schweizer Regierung weigert sich bisher mit Verweis auf den neutralen Status des Landes, eine Lieferung von Munition aus heimischer Produktion für die von Deutschland gelieferten Gepard-Panzer zu erlauben. Pistorius appellierte an die deutsche Rüstungsindustrie, die Kapazitäten für die Produktion hochzufahren.

Gepard leistet "herausragende Dienste" bei Drohnenabwehr

Wie die SZ erfuhr, soll es um 300.000 Schuss gehen, die von Juli an in die Ukraine ausgeliefert werden sollen. Laut Informationen der Zeitung musste die Ukraine bisher mit den 60.000 Schuss auskommen, die sie von Deutschland und aus anderen Beständen bekommen hat. Davon waren bis Januar bereits gut 30.000 verbraucht.

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Der Gepard wurde bei der Bundeswehr bereits vor über zehn Jahren aus Kostengründen ausgemustert und seit den 1970er-Jahren zur Abwehr von tieffliegenden Flugzeugen und Hubschraubern entwickelt. Er war lange Zeit das Rückgrat der deutschen Heeresflugabwehr. "Er leistet herausragende Dienste, gerade bei der Drohnenabwehr", sagte Pistorius. Der Gepard werde von den ukrainischen Soldaten, mit denen er bei seinem Besuch in dem Land habe sprechen können, überaus geschätzt.

Insgesamt hat Deutschland der Ukraine 37 der Panzer zur Verfügung gestellt. Der Verteidigungsminister setzt sich inzwischen auch für einen Rückkauf von 15 Geparden samt Munition aus Katar ein, um weitere Hilfe zur Verfügung zu stellen.

(Dieser Artikel wurde am Dienstag, 14. Februar 2023 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, rog/rts

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