Politik

Andrang bei Geschäftsöffnungen Kurz sieht Österreich "auf Kurs"

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Österreichs Kanzler Kurz hat eine positive Corona-Zwischenbilanz gezogen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach vierwöchigem Stillstand wagt Österreich einen Schritt in Richtung "neue Normalität": Von der Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen in der Alpenrepublik profitieren zunächst kleinere Geschäfte. Kanzler Kurz zeigt sich zufrieden mit der Entwicklung in seinem Land.

Angesichts der günstigen Entwicklung bei den Corona-Zahlen hat Österreichs Regierung eine positive Zwischenbilanz gezogen. "Wir sind auf Kurs", sagte Regierungschef Sebastian Kurz in Wien. Die Disziplin und das Durchhaltevermögen der Bürger hätten dazu geführt, dass nun mit der Öffnung der kleinen Geschäfte sowie der Bau- und Gartenmärkte ein erster Schritt in Richtung "neue Normalität" gemacht werden könne. Weiterhin gelte die Maßgabe: "So viel Freiheit wie möglich, so viel Einschränkungen wie notwendig", sagte der Bundeskanzler.

Nach vierwöchiger Schließung wegen der Corona-Krise haben in Österreich seit dem heutigen Dienstag wieder zahlreiche Geschäfte unter Auflagen geöffnet. Mit dem großen Andrang bei den Baumärkten, wie er vielerorts berichtet werde, habe er gerechnet, meinte Kurz. Auch in diesen Fällen würden sich aber offenkundig alle Kunden an die Hygiene-Vorschriften halten.

Von der Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen profitierten kleine Läden mit weniger als 400 Quadratmetern Verkaufsfläche sowie die Bau- und Gartenmärkte. Die Öffnungszeiten der Läden sind auf 7.40 Uhr bis 19 Uhr beschränkt. Händler, die zu viele Kunden auf einmal hereinlassen, müssen mit bis zu 3600 Euro Strafe rechnen.

Es gibt zugleich Auflagen. Alle Kunden und Mitarbeiter müssen einen Mundschutz tragen, der Mindestabstand von einem Meter ist einzuhalten und die Zahl der Kunden im Verkaufsraum wird begrenzt. Das Bedecken von Mund und Nase durch einen speziellen Schutz oder einen Schal wird in allen öffentlichen Verkehrsmitteln Pflicht.

Langsamer Weg aus Stillstand vorgesehen

Die Ausgangsbeschränkungen bleiben im Prinzip bis Ende April in Kraft. In einer zweiten Stufe sollen vom 2. Mai an alle Geschäfte in Österreich wieder öffnen dürfen, dazu zählen auch die Friseure. Von Mitte Mai an könnten die Lokale und Restaurants folgen.

Im internationalen Vergleich steht Österreich in der Corona-Krise aktuell gut da. Die Infektionszahlen sind eher niedrig, die Zahl der Genesenen dafür hoch. Gesundheitsminister Rudolf Anschober erklärte, dass der Anstieg bei den bestätigten Fällen seit zehn Tagen weniger als drei Prozent pro Tag betrage. Zuletzt lag die Wachstumsrate bei nur 0,8 Prozent, meinte Anschober. Die Zahl der Infizierten verdopple sich nun erst alle 39 Tage. Den Angaben zufolge sind die Kapazitäten der Kliniken zur Behandlung auch schwerer Fälle der Lungenkrankheit Covid-19 bei Weitem nicht ausgelastet. Dennoch betonte die Regierung, dass sie sich vorbehalte, bei Bedarf jederzeit die Notbremse zu ziehen.

Quelle: ntv.de, cri/dpa

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