Politik

Kauders Macho-Spruch Merkel entschuldigt sich bei Schwesig

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Kanzlerin Merkel nimmt Ministerin Schwesig in Schutz.

(Foto: picture alliance / dpa)

CDU-Politiker Kauder beleidigt Familienministerin Schwesig und nennt sie "weinerlich". Und wer entschuldigt sich nun nachträglich dafür? Kanzlerin und CDU-Chefin Merkel. Schließlich hat sie ihre eigene Erfahrung mit Beleidigungen machen müssen.

Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel hat sich bei Familienministerin Manuela Schwesig von der SPD für den persönlichen Angriff von Unionsfraktionschef Volker Kauder gegen sie entschuldigt. "Das tut mir wirklich leid", sagte Merkel laut "Spiegel" der Familienministerin.

Vor dem Hintergrund der koalitionsinternen Debatte um die Frauenquote hatte CDU-Politiker Kauder der Ministerin vorgeworfen, sie solle "nicht so weinerlich" sein, sondern die Vereinbarung des Koalitionsvertrags umsetzen. Zuvor hatte Schwesig die zögernde Haltung der Union bei der Verabschiedung des Gesetzes zur Frauenquote kritisiert.

"Das geht so nicht", sagte nun Merkel zu der Beleidigung. Zudem verwies sie darauf, dass man sie aufgrund ihrer Herkunft aus den neuen Bundesländern früher "Zonenwachtel" genannt habe.

Schwesig selbst betrachtet die Diskussion über Kauders Äußerung als erledigt. "Für mich ist die Sache abgehakt. Wir haben wichtigere Dinge zu tun - und denen werden wir uns jetzt zuwenden", sagte sie der "Bild"-Zeitung.

"Unsäglicher Macho-Spruch"

"Ich finde, das war ein unsäglicher Macho-Spruch", hatte SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi schon kurz nach Kauders Bemerkung gesagt. "Das zeugt von großer Überheblichkeit und schlechter Kinderstube." SPD-Chef Sigmar Gabriel unterstellte Kauder ein Frauenproblem. Kritik kam auch von Linken und Grünen.

Nach heftigen Debatten zwischen den Regierungspartnern hatte sich die Koalition vergangene Woche darauf geeinigt, dass ab 2016 für die Aufsichtsräte von Großunternehmen eine gesetzliche Frauenquote von 30 Prozent gelten soll.

Die Vorsitzende der Frauengruppe in der Unionsfraktion, Karin Maag von der CDU, mahnte im "Spiegel" angesichts des Streits um die Frauenquote: "Wir müssen aufpassen, dass wir gesellschaftliche Weichenstellungen nicht verschlafen." Das bedeute auch, "dass wir Frauen- und Familienthemen nicht gegen Wirtschaftsthemen ausspielen können". CDU-Vorstandsmitglied Elisabeth Motschmann sagte, sie würde sich wünschen, "dass wir offensiv vertreten, dass die Frauenquote für die Wirtschaft eine Bereicherung ist und keine Belastung oder gar Gefahr".

Quelle: ntv.de, mli/AFP