Politik

Perspektive für Flüchtlinge Merkel will Gastarbeiter-Fehler vermeiden

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Türkische Gastarbeiter kommen 1961 auf dem Flughafen in Düsseldorf an.

(Foto: picture alliance / dpa)

Schon einmal erlebte Deutschland eine Einwanderungswelle, mit den Gastarbeitern in den 1960er Jahren. Die damals gemachten Fehler will Bundeskanzlerin Merkel heute nicht wiederholen.

Bei der Integration der Flüchtlinge in Deutschland will Bundeskanzlerin Angela Merkel die Fehler aus früheren Zeiten vermeiden. "Wir haben aus der Zeit der Gastarbeiter Anfang der 60er Jahre gelernt", sagte Merkel in ihrem neuen Video-Podcast. Damals sei es falsch gewesen davon auszugehen, dass die meisten Zugewanderten das Land wieder verlassen würden. Den Flüchtlingen mit Bleibeperspektive müsse heute eine rasche Job-Perspektive eröffnet werden - mit Sprachkursen, Integrationsangeboten, Aus- und Fortbildungskursen.

"Für einen Teil derjenigen, die zu uns kommen, wird das recht gut gehen", sagt Merkel. "Aber es wird natürlich auch einen Teil geben, der nicht so eine gute Ausbildung hat, und hier müssen wir insbesondere bei jungen Menschen schauen, dass wir sie trotzdem schnell in Arbeit bekommen."

Die Bundeskanzlerin wies darauf hin, dass es für jeden Asylbewerber mit guten Bleibeperspektiven einen Integrationskurs von sechshundert Stunden gebe: "Das kann noch während des Asylverfahrens begonnen werden." Die Kinder kämen sehr schnell in die Schule oder in den Kindergarten, "da gibt es inzwischen riesige Anstrengungen in den Bundesländern, mit Willkommensklassen zu arbeiten", sagte Merkel.

Ohne Deutsch keine Jobs

Merkel hob erneut die Bedeutung der deutschen Sprache als "Zugang zum Arbeitsmarkt" hervor. Nachdem der Chef der Bundesagentur für Arbeit auch die Verantwortung für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge übernommen habe, ließen sich auch individuell abgestimmte Sprachkurse, notwendige Spezial- oder Fortbildungen umsetzen, so Merkel.

Sie machte auch deutlich, dass dies nur für Flüchtlinge gilt, die wirklich Schutz brauchen - nicht für die, die keine Bleibeperspektive haben und Deutschland wieder verlassen müssen. In Integrationskursen verbessern Zuwanderer nicht nur ihr Deutsch, sondern lernen auch etwas über die deutsche Geschichte, Kultur und Rechtsordnung. Die Kurse werden angeboten etwa an Volkshochschulen, Bildungswerkstätten, Einrichtungen der Kirche, Kommunen oder der Arbeiterwohlfahrt.

Quelle: ntv.de, sba/dpa/AFP