Politik

Blauhelme taten nichts Niederlande für Srebrenica mitverantwortlich

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Erst vor wenigen Tagen jährte sich das Massaker von Srebrenica zum 19. Mal.

(Foto: dpa)

Weil sie die UN-Schutzzone kampflos den bosnischen Serben überlassen, machen die niederländischen Blauhelme 1995 den Mord an 8000 Männern erst möglich. Das urteilt ein Zivilgericht in Den Haag und folgt damit der Klage der "Mütter von Srebrenica".

Der niederländische Staat trägt eine Mitverantwortung für den Völkermord von Srebrenica im Jahr 1995. Das geht aus dem Urteil eines Zivilgerichts in Den Haag hervor.

Das Gericht entschied, dass die Niederlande haftbar für die Deportation von 300 muslimischen Männern aus Srebrenica sind. Damit gab die Kammer einer Klage von Angehörigen der Opfer, der "Müttern von Srebrenica", zum Teil statt.

Der Staat trage Mitschuld am Tod der am Nachmittag des 13. Juli 1995 aus dem Lager der niederländischen Blauhelme in Potocari deportierten Männer, urteilte Richterin Larissa Elwin.

Im Bosnien-Krieg hatten serbische Einheiten im Juli 1995 die UN-Schutzzone Srebrenica überrannt und rund 8000 muslimische Männer und Jungen ermordet. Die schlecht ausgerüsteten niederländischen Blauhelme der Vereinten Nationen hatten die Enklave den Serben unter Führung des Generals Ratko Mladic kampflos übergeben. Einem UN-Bericht zufolge überließ sie alle Beobachtungsposten und Sperren widerstandslos den bosnischen Serben.

Der niederländische Staat hat bisher alle Verantwortung für das Massaker zurückgewiesen - unter anderem, weil die Soldaten unter UN-Führung standen. Die niederländische Justiz machte aber bereits vergangenen September den Staat haftbar für den Tod von drei Männern in Srebrenica.

Das Massaker ging als folgenschwerstes Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in die Geschichte ein und wurde als Völkermord eingestuft. Ex-General Mladic steht seit 2011 als Angeklagter vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag.

Quelle: n-tv.de, nsc/dpa/AFP

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