Politik

Hunderttausende Opfer mahnen "No more Hiroshimas. No more Nagasakis."

Japan gedenkt der Opfer des Atombombenabwurfs der US-Amerikaner vor 70 Jahren. Ministerpräsident Abe spricht sich gegen Atomwaffen aus. Mehr als 200.000 Tote sind ein überzeugendes Argument.

Mit einem Appell zum Frieden und zur Abschaffung aller Atomwaffen in der Welt hat die japanische Stadt Hiroshima des Atombombenabwurfs vor 70 Jahren gedacht. Tausende von Menschen versammelten sich zu einer Schweigeminute um 8.15 Uhr (Ortszeit), dem Zeitpunkt, als die US-Amerikaner 1945 die erste im Krieg eingesetzte Atombombe über der westjapanischen Stadt abwarfen. 

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Stilles Gedenken: Vor 70 Jahren traf Hiroshima die erste Atombombe der Welt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Hiroshimas Bürgermeister Kazumi Matsui forderte in seinem Friedensappell die Abschaffung aller Atomwaffen. Die Überlebenden litten noch heute physisch und psychisch unter den Folgen der Verstrahlung. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon schloss sich in einer verlesenen Grußbotschaft dem Appell der Überlebenden der Atombombenabwürfe an: "No more Hiroshimas. No more Nagasakis."

An der jährlichen zentralen Gedenkveranstaltung nahmen auch Abgesandte aus 100 Ländern teil, so viele wie nie zuvor. Matsui rief die Welt auf, dem Weg des Pazifismus, wie ihn die japanische Nachkriegsverfassung verkörpere, zu folgen. Dass die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe gerade eine weitreichende Militärreform auf den Weg gebracht hat, die nach Ansicht von Kritikern eine Abkehr von eben diesem Pazifismus bedeutet, ließ der Bürgermeister unerwähnt.

Immer noch Tote durch Spätfolgen

In seiner Rede in Hiroshima kündigte Abe an, Japan werde bei der UN-Vollversammlung im September einen neuen Resolutionsentwurf zur Abschaffung von Atomwaffen einbringen. Bürgermeister Matsui rief US-Präsident Barack Obama und andere Politiker auf, nach Hiroshima zu kommen und den Schilderungen der Überlebenden zuzuhören. 

Von den 350.000 Bewohnern der westjapanischen Stadt starben damals auf einen Schlag schätzungsweise mehr als 70.000 Menschen. Bis Ende Dezember 1945 erhöhte sich die Zahl der Toten auf 140.000. Drei Tage später warfen die Amerikaner eine zweite Atombombe über Nagasaki ab. Bis Dezember starben dort weitere 70.000 Menschen. Kurz nach Abwurf der beiden Atombomben kapitulierte Japan. Noch heute sterben Menschen an den Spätfolgen der atomaren Strahlung.

Quelle: ntv.de, bad/dpa

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