Politik

"Unverzeihlicher Akt" Nordkorea feuert ballistische Rakete ab

81907365.jpg

Immer wieder provoziert Nordkorea mit Raketenstarts.

(Foto: picture alliance / dpa)

Raketenstarts unter Verwendung ballistischer Technik sind Nordkorea verboten. So will es die UN. Nun setzt sich das Land erneut über die Regelung hinweg. Von einem U-Boot aus wird eine Rakete abgefeuert.

Die Rakete sei gegen 5.30 Uhr (Ortszeit) von einem U-Boot an der Ostküste Nordkoreas abgeschossen worden, teilte der südkoreanische Generalstab mit. Die Rakete sei gut 500 Kilometer weit geflogen, was eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu früheren Raketenstarts von nordkoreanischen U-Booten aus darstelle. Das Nachrichtenportal des "United States Naval Institute" zitiert einen Insider. Er vermutet, bei der Rakete habe es sich um eine KN-11 gehandelt.

Der südkoreanische Generalstab wertete den Raketenstart als "ernsthafte Herausforderung" für die Sicherheit auf der koreanischen Halbinsel und als klaren Verstoß Nordkoreas gegen das Raketenverbot des UN-Sicherheitsrats. Auch die US-Regierung verurteilte den Raketenstart, sie sagte Südkorea und Japan ihre Unterstützung zu.

"Unverzeihlicher und rücksichtsloser Akt"

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sprach von einem "unverzeihlichen und rücksichtslosen Akt" Nordkoreas. Den Angaben zufolge durchflog das Geschoss die japanische Luftverteidigungs-Identifizierungszone. In dieser Zone müssen sich Flugzeuge aus Gründen der militärischen Sicherheit identifizieren.

Der Raketenstart erfolgte wenige Stunden vor einem Treffen der Außenminister Japans, Südkoreas und Chinas in Tokio. Chinas Außenminister Wang Li sagte am Rande des Treffens, er hoffe, "dass die Situation nicht noch gespannter und komplizierter wird". Japan und Südkorea werfen China regelmäßig vor, seinen Verbündeten Nordkorea nicht ausreichend unter Druck zu setzen, um militärische Provokationen zu beenden.

Drohung mit "atomarem Erstschlag"

Derzeit sorgt in den Beziehungen zwischen Pjöngjang und Seoul ein gemeinsames Manöver der Streitkräfte Südkoreas und der USA für Zündstoff. Nordkorea betrachtet die jährliche Militärübung als Provokation, zu Beginn des Manövers drohte es mit einem "atomaren Erstschlag" für den Fall, dass die Souveränität des Landes verletzt werde. Jegliche Angreifer würden "in einen Haufen Asche verwandelt", hieß es. Nordkoreas Volksarmee unterstellte Südkorea und den USA, einen Atomkrieg auf der Halbinsel vorzubereiten. Die beiden Länder betonen, dass das jährliche gemeinsame Manöver rein defensiven Charakter habe.

Im Januar hatte Nordkorea eine Atombombe zu Testzwecken gezündet, es war der vierte Atomwaffentest des kommunistischen Landes. Dem schlossen sich eine Reihe von Raketentests an. Der UN-Sicherheitsrat beschloss deshalb Anfang März die bislang schärfsten Sanktionen gegen das isolierte Land.

Quelle: n-tv.de, ame/AFP