Politik

Pompöser Empfang im Weißen Haus Obama dankt Papst für Kuba-Vermittlungen

In Washington wird der Papst mit allen Ehren empfangen: Eine Militärkapelle spielt die Hymne des Vatikanstaats. Tausende begeisterte Menschen warten vor dem Weißen Haus. Und Präsident Obama macht den Klimaschutz zur "heiligen Pflicht".

US-Präsident Barack Obama hat Papst Franziskus für die Vermittlerrolle des Vatikans bei der historischen Annäherung an Kuba gedankt. "Wir sind dankbar für ihre unschätzbare Unterstützung für unseren Neubeginn mit dem kubanischen Volk", sagte Obama bei einer Zeremonie im Garten des Weißen Hauses. Kuba und die USA hatten nach mehr als 50 Jahren Eiszeit im Juli ihre diplomatischen Beziehungen neu gestartet. Diese Entwicklung verspreche "bessere Beziehungen zwischen unseren Ländern, eine größere Kooperation auf unserer Erdhälfte und ein besseres Leben für die kubanische Bevölkerung", sagte Obama.

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Obama rollte für den Papst den roten Teppich aus.

(Foto: REUTERS)

Die Wiederaufnahme der Beziehungen war der bisherige Höhepunkt der Annäherung, die Obama und Kubas Staatschef Raúl Castro im Dezember 2014 eingeleitet hatten. Dem Neustart waren Geheimverhandlungen unter Beteiligung des Vatikans vorausgegangen. Direkt vor seinem USA-Besuch war Franziskus drei Tage lang in Kuba.

Der Papst lobte bei dem pompösen Empfang am Präsidentensitz in Washington die Klimapolitik Obamas. "Herr Präsident, ich finde es ermutigend, dass Sie eine Initiative zur Verringerung der Luftverschmutzung vorschlagen", sagte er. Der Klimawandel sei ein Problem, "das nicht länger einer kommenden Generation überlassen werden darf". Obama pries ebenfalls den Einsatz des Papstes für den Klimaschutz: "Sie erinnern uns daran, dass wir eine heilige Pflicht haben, unseren Planeten zu schützen - Gottes prächtiges Geschenk an uns."

Papst spricht vor UN-Vollversammlung

Das Oberhaupt der katholischen Kirche wurde bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel auf dem South Lawn des Präsidentensitzes mit militärischem Zeremoniell begrüßt. Die Parkanlage war mit US-Nationalfahnen und Vatikan-Flaggen geschmückt, eine Militärkapelle spielte die Hymnen beider Staaten. Nach Angaben des Weißen Hauses nahmen 11.000 geladene Gäste an dem Empfang teil, darunter neben katholischen Würdenträgern und offiziellen US-Vertretern auch viele Gläubige.

Am Donnerstag wird Franziskus als erster Papst vor beiden Kongresskammern in Washington sprechen. Weitere Stationen der Reise sind New York, wo der Papst am Freitag eine Rede vor der UN-Vollversammlung hält, sowie am Samstag und Sonntag das Weltfamilientreffen in Philadelphia.

Quelle: ntv.de, hul/AFP