Politik

Mit Drohnen gegen Migranten Paris und London sichern Ärmelkanal

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Ein Flüchtling wird von britischen Grenzstreitkräften aufgenommen und in Dover an Land gebracht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Großbritannien wirft Frankreich vor, nicht genug gegen Flüchtlingsboote zu unternehmen, die den Ärmelkanal passieren. Die Zahl der Migranten auf der Route hat sich in diesem Jahr auf 8000 vervierfacht. Nun soll ein Abkommen die gefährlichen Überfahrten künftig verhindern. Die Mittel dazu sind vielfältig.

Mit stärkerer Polizeipräsenz und Überwachungssystemen wollen Großbritannien und Frankreich die illegale Migration über den Ärmelkanal eindämmen. Die britische Innenministerin Priti Patel und ihr französischer Kollege Gérald Darmanin unterzeichneten ein entsprechendes Abkommen. Um die von der britischen Regierung scharf verurteilten rechtswidrigen Überfahrten über den Ärmelkanal zu unterbinden, sollen dem Abkommen zufolge auf französischer Seite doppelt so viele Polizisten an der Küste zum Einsatz kommen wie bisher - wie viele es sein werden, blieb jedoch zunächst unklar. Außerdem sollen Drohnen, Radarsysteme und andere Überwachungstechniken an den Häfen und Küstenregionen eingesetzt werden.

In diesem Jahr haben laut einer Statistik der britischen Nachrichtenagentur PA bereits mehr als 8000 Migranten den Ärmelkanal überquert, um Großbritannien zu erreichen. Oft unternehmen sie die gefährliche Reise auf kleinen, unsicheren Schlauchbooten, immer wieder kommen Menschen ums Leben. Die Zahl der Ankommenden ist deutlich angestiegen - 2019 kamen PA zufolge nur knapp 2000 Migranten über den Ärmelkanal.

Zahl der Opfer 2020 fast verdoppelt

Die konservative Hardlinerin Patel will die Regeln für legale Migration nach Großbritannien künftig deutlich verschärfen. Die Wohltätigkeitsorganisation Detention Action kritisierte das Vorgehen scharf. Die Direktorin der Organisation, Bella Sankey, sagte, stattdessen müssten dringend sichere und legale Routen geschaffen werden, auf denen Migration möglich sei.

Erst Ende Oktober sank ein Boot mit mutmaßlich 20 Flüchtlingen an Bord bei der Überfahrt nach Großbritannien. Vier Menschen, darunter zwei Kinder ertranken, andere wurden vermisst. Im Jahr 2019 starben insgesamt vier Menschen auf der gefährlichen und stark befahrenen Ärmelkanal-Route, in diesem Jahr sind es bereits sieben Opfer.

Großbritannien wirft Frankreich vor, nicht genug zu tun, um die Überfahrten zu stoppen. Im September hatten die französischen Behörden gemeldet, über 1300 Migranten bei dem Versuch, den Ärmelkanal zu überqueren, aufgehalten zu haben. Eine Handvoll von ihnen habe versucht, die rund 30 Kilometer schwimmend zurückzulegen.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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