Politik

Treffen der Brics-Staaten Putin arbeitet an neuen Machtzentren

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Sie repräsentieren 40 Prozent der Weltbevölkerung. Die Staatschefs der Brics-Staaten beim Gruppenbild.

(Foto: dpa)

China, Indien, Brasilien und Südafrika treffen sich zum Gipfel in Russland. Gastgeber Putin macht keinen Hehl daraus, eine neue Weltordnung befördern zu wollen. Zunächst soll dem westlich dominierten IWF Konkurrenz gemacht werden.

Kremlchef Wladimir Putin hat beim Treffen aufstrebender Schwellenstaaten (Brics-Gruppe) in Ufa eine engere Zusammenarbeit seines Landes mit China, Indien und Südafrika vereinbart. So wolle Russland mit Indien eine Freihandelszone schaffen und in Südafrika Atomkraftwerke bauen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in der rund 1300 Kilometer südöstlich von Moskau gelegenen Stadt.

Russland kenne die wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten in der Welt, sagte Putin bei einem Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping in der Stadt Ufa im Ural. "Durch gemeinsame Bemühungen werden wir aber ohne Zweifel alle Probleme überwinden", sagte der Gastgeber des Treffens der Staatengruppe, zu der auch noch Brasilien gehört.

Putin führte zunächst bilaterale Gespräche, der eigentliche Gipfel beginnt am Donnerstag. Neben Xi traf Putin bereits den indischen Premierminister Narendra Modi und Südafrikas Präsident Jacob Zuma. Nach einem gemeinsamen Abendessen aller Gipfelteilnehmer war noch ein Treffen mit Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff geplant. Peskow sprach von vertrauensvollen Gesprächen zwischen Putin und dem indischen Premier Narenda Modi und dem südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma.

Die Entwicklungsbank der Gruppe hat ihre Arbeit aufgenommen

Der Zusammenschluss der Brics-Staaten zeige, dass es ein "neues polyzentrisches System" in der internationalen Politik und "neue Machtzentren" in der Welt gebe, erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow. Zu den bisherigen Ergebnissen der Zusammenarbeit gehört die neue Entwicklungsbank der Brics-Staaten, die nun offiziell am ihre Arbeit aufgenommen hat. Die Bank, die ihren Sitz in Shanghai hat, wird von der Staatengruppe vor allem als Gegengewicht zu Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) gesehen, wo sie sich bisher nicht ausreichend vertreten sieht.

Bei dem Doppelgipfel in Ufa baut Russland angesichts zunehmender Konfrontation mit dem Westen seine Bündnisse mit Indien, Brasilien und anderen Staaten aus. Russland war wegen der Krise in der Ukraine aus der Gruppe der acht führenden Industriestaaten (G-8) ausgeschlossen worden, die zuletzt ohne Putin im G-7-Format tagte.

Quelle: n-tv.de, dka/dpa/AFP

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