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Kremlchef gratuliert Trump Putin hofft auf "gemeinsame Arbeit"

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Wladimir Putin freut sich.

(Foto: AP)

Moskau blickt mit Wohlwollen auf das Wahlergebnis in den USA. Präsident Putin gratuliert dem Wahlsieger und hofft, dass sich die derzeitige diplomatische Lage entspannen wird. Sicher ist: Vieles wird sich verändern. Aber nicht alles.

Als einer der ersten Staatschefs weltweit hat Russlands Präsident Wladimir Putin dem US-Wahlsieger Donald Trump gratuliert. Putin hoffe auf "gemeinsame Arbeit", um den gegenwärtigen "kritischen Zustand" der Beziehungen zwischen den USA und Russland zu beenden, erklärte der Kreml. Es sei im Interesse beider Länder und der ganzen Welt, einen "konstruktiven Dialog aufzubauen".

Auch andere russische Politiker erhoffen sich unter Trump ein entspannteres Verhältnis zu Moskau. Russland achte die Wahl des amerikanischen Volkes, sagte Parlamentschef Wjatscheslaw Wolodin. Die Abgeordneten der Staatsduma applaudierten bei der Nachricht, dass die demokratische Bewerberin Hillary Clinton ihre Niederlage eingestanden habe. Er hoffe auf einen konstruktiveren Dialog zwischen Washington und Moskau, sagte Wolodin.

"Amerika kann wieder groß werden, wenn es das Gleichgewicht der Kräfte achtet und gemeinsam mit uns für die Entwicklung einer harmonischen, multipolaren Architektur des 21. Jahrhunderts eintritt." Das sagte Leonid Sluzki, Vorsitzender des außenpolitischen Ausschusses, der Agentur Tass in Anspielung auf Trumps Wahlkampfslogan.

Vieles wird anders, vieles bleibt

Die USA bekommen mit Donald Trump den Präsidenten, den Kremlchef Wladimir Putin und die russischen Medien im Wahlkampf hofiert haben. Offen bleibt, ob das realpolitisch denkende Moskau nicht doch lieber die harte, aber erfahrene und zuverlässige Hillary Clinton gehabt hätte. "Trump ist ein absolut unberechenbarer Politiker", sagte Sergej Rogow, Leiter des russischen Instituts für USA- und Kanadastudien, dem Radiosender Echo Moskwy. Deshalb sei es eine Illusion zu glauben, dass Trumps Sieg schlagartig zu einem besseren russisch-amerikanischen Verhältnis führen werde.

Nach Erwartungen russischer Experten wird Trumps Aufmerksamkeit lange der Innenpolitik gelten. "Trump ist als Isolationist angetreten", sagte der Abgeordnete Wjatscheslaw Nikonow. Der neue Präsident werde nicht den Rest der Welt herausfordern. Besonders in Syrien könnte das für Russland bedeuten, freie Hand in dem Land zu haben. Russland bleibt in dem nahöstlichen Bürgerkriegsland die bestimmende Macht - für die kommenden Monate, bis Trump seine Regierung gebildet hat, aber auch darüber hinaus. Die USA müssen ihre neue Syrien-Strategie erst finden.

Russland möchte zudem die Sanktionen des Westens gern loswerden. Über deren Einhaltung im Finanzsektor wachen die USA. Hoffnung auf eine Lockerung machen russische Experten ihrem Präsidenten nicht, selbst wenn Trump eine Verständigung mit Moskau wolle. "Wer wird die Schlüsselpositionen in seiner Administration einnehmen?", fragt Rogow. "Das werden äußerst konservative, um nicht zu sagen reaktionäre republikanische Politiker sein, die immer eine sehr harte Haltung zu Russland hatten und haben werden."

Quelle: n-tv.de

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