Politik

"Verwundbarkeit" deutlich gemacht Russische Hacker attackierten US-Stromnetz

AP_87641130234.jpg

An das gehackte Stromnetz in Vermont ist auch das Kernkraftwerk Vermont Yankee angeschlossen.

(Foto: AP)

Der Präsidentschaftswahlkampf in den USA ist von russischen Hackern manipuliert worden. Davon ist die US-Regierung überzeugt. Nun erhebt sie neue Vorwürfe: Offenbar ist auch ein Stromversorger Opfer eines russischen Cyberangriffs geworden.

Russischen Hackern ist es einem Pressebericht zufolge gelungen, in das Netzwerk eines Stromversorgers im US-Bundesstaat Vermont einzudringen. Die Cyberattacke habe für den Betrieb des Unternehmens keine Folgen gehabt, habe aber die "Verwundbarkeit" des US-Stromnetzes deutlich gemacht, berichtete die Zeitung "Washington Post" unter Berufung auf namentlich nicht genannte US-Behörden.

Im System des Stromversorgers sei ein "Code" entdeckt worden, der einer russischen Cyberattacke namens "Grizzly Steppe" zugeordnet werden könne, berichtete die Zeitung auf ihrer Website. Der "Code" sei jedoch nicht benutzt worden, um den Betrieb des Stromnetzes zu stören, heißt es weiter. Wann genau die Malware entdeckt wurde, ließ der Bericht offen.

Der genaue Grund für den Angriff des Netzwerkes sei unklar, berichtete die Zeitung. Möglicherweise hätten die russischen Hacker testen wollen, ob sie in einen Teil des US-Netzwerkes eindringen können.

Hackerangriffe auch nach der US-Wahl

Im Dezember 2015 hatte ein durch einen Hackerangriff ausgelöster Stromausfall den Westen der Ukraine für mehrere Stunden in Dunkelheit gehüllt, 80.000 Menschen waren betroffen. Russland hatte den Vorwurf, für die Cyberattacke verantwortlich zu sein, zurückgewiesen.

Laut einem in dieser Woche veröffentlichtem Bericht der US-Bundespolizei attackierten russische Geheimdienste in den vergangenen zwei Jahren das Computersystem der Demokratischen Partei von Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton mit betrügerischen E-Mails. Demnach setzten sie ihre Hackerversuche auch nach der Präsidentschaftswahl im November fort.

Die US-Geheimdienste werfen Moskau vor, mit solchen Angriffen in den US-Wahlkampf eingegriffen zu haben und dabei das Ziel verfolgt zu haben, die Chancen des Immobilienmilliardärs Donald Trump auf einen Sieg zu erhöhen. Der scheidende US-Präsident Barack Obama reagierte darauf mit einer Reihe von Strafmaßnahmen. Unter anderem wies er 35 russische Geheimagenten aus.

Die Vorwürfe der US-Regierung gegen Russland sind kaum unabhängig zu überprüfen, weil die Geheimdienste keine Beweise herausgeben. Eine eindeutige Zuordnung zu einem Herkunftsland oder einer speziellen Hackergruppe ist nach Überzeugung von Experten in den meisten Fällen mit herkömmlichen Methoden kaum noch möglich.

Quelle: ntv.de, cri/AFP/dpa