Politik

Flugabwehrsystem für den Iran Russland liefert S-300 aus

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Auf schwere Lkw montiert: Das Abwehrsystem S-300 besteht üblicherweise aus mehreren Raketenträgern und einer Radareinheit.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Die Sanktionen sind gelockert, die Regierung in Teheran nutzt das politische Tauwetter unter anderem zum Aufrüsten: Russland beginnt einem Agenturbericht aus Moskau zufolge damit, das iranische Militär mit neuer Schlagkraft auszustatten.

Russland hat offenbar mit der Lieferung des Flugabwehrsystems S-300 an den Iran begonnen. Die Rüstungshilfe für das streng religiös geführte Land ist international schwer umstritten. Das Waffensystem besteht aus weitreichenden Luftabwehrraketen, die radargesteuert Ziele in bis zu 200 Kilometern Entfernung bekämpfen können.

Die Lieferung des S-300-Systems stößt insbesondere in den USA und Israel auf Ablehnung. Sie argumentieren, die Raketen könnten zum Schutz der iranischen Atomanlagen eingesetzt werden. Israel sieht sich vom Iran bedroht und will sich deswegen Luftschläge gegen iranische Atomanlagen als Option offenhalten.

Gefürchtete Luftabwehr

Mit der Übergabe des Waffensystems schafft Moskau nun Fakten. Die Flugabwehrraketen können je nach Bauart bis zu 300 verschiedene Ziele gleichzeitig auffassen. Ausgelegt ist die Radarüberwachung auf die Abwehr von Kampfjets und Marschflugkörpern. Das russische Militär vertraut beim Schutz eigener Stütztpunkte - wie etwa in Syrien - auf das Nachfolgesystem S-400.

"Der erste Teil wurde an den Besteller abgesandt", sagte ein namentlich nicht genannter Informant der Moskauer Agentur Interfax. Bis Jahresende werde der Vertrag ganz erfüllt. Weitere Details nannte er nicht.

Russlands Verbündeter am Golf

Vertreter Russlands und des Iran hatten einen ersten S-300-Vertrag bereits im Jahr 2007 unterzeichnet. Das Volumen des Rüstungsgeschäfts wird auf einen Wert von etwa 740 Millionen Euro geschätzt. Wegen des Konflikts über das iranische Atomprogramm hatte Moskau den Vertrag im Jahr 2010 annulliert. Im vergangenen November hatte Kremlchef Wladimir Putin die Einschränkungen aufgehoben und eine neue Vereinbarung getroffen.

Das Verteidigungsministerium in Teheran geht früheren Angaben zufolge davon aus, bis Jahresende "den Großteil" der zugesagten S-300-Raketen zu erhalten. Aus dem Iran hieß es, es seien bereits iranische Soldaten im Russland, um im Umgang mit dem Raketensystem geschult zu werden.

Quelle: ntv.de, mmo/dpa