Politik

Appelle vor "Friedensgipfel" SPD-Umfragehoch weckt Unionspolitiker auf

Angela Merkel

CDU-Politiker fordern angesichts des Schulz-Hochs der SPD, die Union müsse sich nach langem Streit wieder geschlossen hinter Merkel versammeln.

(Foto: dpa)

In aktuellen Umfragen nähert sich die SPD mit ihrem neuen Kanzlerkandidaten der 30-Prozent-Marke. Die Unionsparteien verlieren dagegen, der Abstand schmilzt. CDU-Innenpolitiker Bosbach spricht von einem "Weckruf".

Kurz vor ihrem sogenannten Friedensgipfel reagieren Unionspolitiker mit Appellen an die Einheit der Schwesterparteien auf neue Umfrageerfolge der SPD. CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach sprach in der "Bild am Sonntag" von einem "Weckruf". Die Union brauche einen klaren politischen Kurs. "Wir müssen aufpassen, dass wir nicht auf der Suche nach einem neuen Wähler zwei Stammwähler verlieren", warnte er.

Mit ihrem Kanzlerkandidaten Martin Schulz ist der  SPD ein neuer Umfrage-Rekord gelungen: Im Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Emnid für die "Bild am Sonntag" ermittelte, legte die SPD im Vergleich zur Vorwoche um sechs Punkte zu und erreicht nun 29 Prozent. Dies ist der höchste Wert seit mehr als vier Jahren, wie die "BamS" berichtet.

Damit verringert die SPD den Rückstand auf die Union binnen einer Woche von 14 auf vier  Prozentpunkte. CDU/CSU verlieren demnach vier Punkte und kommen nur noch auf 33 Prozent. So nah beieinander lagen die beiden großen Parteien demnach zuletzt im Juli 2012.

Einen ähnlich großen Sprung hatte die SPD auch schon im Stern-RTL-Wahltrend Mitte dieser Woche gemacht. Die Umfrage zeigt auch, dass der Vorsprung von Kanzlerin Merkel selbst in der Wählergunst vor ihrem Konkurrenten Schulz im Vergleich zu der zuvor erwarteten Kandidatur Sigmar Gabriels für die SPD deutlich geschrumpft ist.

Tauber: Schulz spielt "alte Leier"

Die Spitzen von CDU und CSU kommen am heutigen Sonntag zu einem Treffen in der CSU-Zentrale in München zusammen. Mit dem "Friedensgipfel" wollen die Schwesterparteien unter Leitung von CDU-Chefin Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer nach dem monatelangen Streit um die Flüchtlingspolitik die Weichen für einen gemeinsamen Bundestagswahlkampf stellen. Auf das Treffen folgt am Montag in München eine gemeinsame Sitzung beider Parteipräsidien, auf der Merkel auch von der CSU wieder als gemeinsame Kanzlerkandidatin ausgerufen werden soll.

Auch CDU-Generalsekretär Peter Tauber mahnte Geschlossenheit in der Union an. Angesichts der guten Umfragewerte für SPD-Kanzlerkandidat Schulz sagte Tauber den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Es ist nichts Ungewöhnliches, dass ein neuer Kandidat erstmal Neugier und Interesse weckt." Umso mehr komme es auf die Geschlossenheit von CDU und CSU an.

Jetzt ist klar, worum es geht: Angela Merkel oder Martin Schulz, eine CDU-geführte Regierung oder Rot-Rot-Grün", fügte der Generalsekretär hinzu. Er kritisierte, bislang spiele Schulz "die alte Leier": Es sei immer nur das Gerechtigkeitsthema, mit dem die SPD schon zweimal nicht gewonnen habe.

Quelle: n-tv.de, mbo/dpa/AFP