Politik

Basierend auf Daten aus Israel STIKO kündigt Empfehlung für Viertimpfung an

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In Israel wird über 60-Jährigen und Risikopatienten eine vierte Impfung empfohlen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Hunderttausende haben in Israel bereits eine vierte Corona-Impfung erhalten. Auf Basis dieser Daten bereitet die Ständige Impfkommission eine Empfehlung vor, die sie "demnächst" bekannt geben will. Grünen-Gesundheitsexperte Dahmen hält die vierte Spritze für bestimmte Gruppen für sinnvoll.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) bereitet derzeit eine Empfehlung zu einer vierten Impfung gegen das Coronavirus vor. "Die jüngsten Daten aus Israel legen nahe, dass eine vierte Dosis eine gewisse Verbesserung beim Schutz vor Infektion und eine deutlichere Verbesserung beim Schutz vor schwerer Erkrankung bewirkt", sagte der Vorsitzende Thomas Mertens den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Die STIKO wird dazu demnächst eine Empfehlung abgeben."

Es gehe zum jetzigen Zeitpunkt um eine zweite Auffrischungsimpfung mit den vorhandenen mRNA-Impfstoffen. Mit Blick auf die Impfstoffe, die an die Omikron-Variante angepasst wurden, müsse die Kommission dagegen zunächst auf die Daten aus den klinischen Studien von Moderna und Biontech/Pfizer warten, so Mertens.

Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen hält eine vierte Impfdosis für bestimmte Patientengruppen für sinnvoll, wie er den Funke-Zeitungen sagte. "Eine vierte Impfung mit den bisherigen Impfstoffen ist wahrscheinlich sinnvoll, wenn die Immunantwort nach drei Impfungen beispielsweise bei alten und schwerer Vorerkrankten zu schwach ist."

Besserer Schutz für über 60-Jährige

Erste Daten aus Israel zeigten, dass gerade Menschen über 60 Jahre einen nochmals etwas besseren Schutz vor schwerer Erkrankung nach einer vierten Impfung haben könnten. "Um Hausärzten und Patienten Orientierung zu geben, sollten die medizinischen Fachgesellschaften die bisher vorliegenden Daten zur vierten Impfung bei bestimmten Vorerkrankungen prüfen und gegebenenfalls Empfehlungen aussprechen", forderte Dahmen. Denkbar sei zum Beispiel, dass Patienten mit Erkrankungen des Immunsystems oder solche, die Medikamente einnehmen, die das Immunsystem schwächen, eine vierte Impfung bekommen sollten.

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Daten, die eine allgemeine Empfehlung zur vierten Impfung mit den bisherigen Impfstoffen nahelegen, lägen dagegen bisher nicht vor, so Dahmen. "Die allermeisten Menschen haben bisher in Deutschland ihre Booster-Impfung im Dezember oder Januar bekommen. Ihr Immunschutz vor schwerer Erkrankung ist aktuell sehr gut."

In Israel haben bereits mehr als 600.000 Menschen eine vierte Impfdosis erhalten. Die Empfehlung galt zunächst nur für über 60-Jährige, Immungeschwächte und medizinisches Personal. Seit Kurzem dürfen sich auch Erwachsene mit Vorerkrankungen und deren Betreuer den vierten Piks holen.

Quelle: ntv.de, chf

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