Politik

Deutschlandtag ohne CSU-Chef Söder sagt JU-Treffen überraschend ab

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Hat am Wochenende plötzlich doch etwas vor: Markus Söder.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Deutschlandtag der Jungen Union gilt als Stimmungstest für die Union nach der verkorksten Bundestagswahl. Er könnte auch einen Fingerzeig darauf geben, wer die Nachfolge von CDU-Chef Laschet antritt. Überraschend sagt CSU-Chef Söder seine Teilnahme nun kurzfristig ab.

CSU-Chef Markus Söder wird nicht wie vorgesehen an dem Deutschlandtag der Jungen Union am Samstag teilnehmen. Das bestätigt ein CSU-Sprecher auf Nachfrage. Er nehme stattdessen an einer CSU-Basisveranstaltung in Oberfranken teil. Zu dem am morgigen Freitag beginnenden dreitägigen Treffen des Unions-Nachwuchses haben sich zahlreiche CDU-Spitzenpolitiker angesagt, die als mögliche Bewerber für die Parteispitze gehandelt werden.

Am Samstag soll auf dem JU-Deutschlandtag in Münster unter anderen auch CDU-Chef Armin Laschet reden. Der Auftritt Söders war mit Spannung erwartet worden, weil es zuletzt Kritik am Verhalten des CSU-Chefs im Wahlkampf gegeben hatte. Bayerns Ministerpräsident hatte vergangenen Freitag auch nicht an der Bundesratssitzung in Berlin teilgenommen.

Leichten Gegenwind vor einer Woche

Der Vorsitzende der JU, Tilmann Kuban, sagte der "Rheinischen Post": "Ich bedaure die Absage." Die Junge Union habe sich seinerzeit für Markus Söder als Kanzlerkandidat ausgesprochen. "Von daher wäre es richtig gewesen, wenn er sich bei der gemeinsamen Jugendorganisation von CDU und CSU der Diskussion über die Gründe für den schlechten Ausgang bei der Bundestagswahl und die Differenzen im Umgang zwischen den beiden Parteien gestellt hätte", so Kuban.

Zuletzt hatte es leichten Gegenwind aus der Jugendorganisation von CDU und CSU für Söder gegeben. Bei der Landesversammlung der Jungen Union in Bayern stimmten die Delegierten vor einer Woche mit großer Mehrheit dafür, Söders Namen aus einer Passage der Erklärung zu streichen, die der JU-Landesvorstand zur Aufarbeitung der Niederlage bei der Bundestagswahl entworfen hatte. Anlass der symbolträchtigen Abstimmung waren Vorbehalte, dass Söder in seiner Partei zur alles dominierenden Figur geworden sei.

Notwendig sei Teamarbeit und keine Ein-Mann-Show, sagte der Delegierte Stefan Meitinger, der unter Beifall den Antrag zur Streichung von Söders Namen einbrachte. "Es ist Zeit, (...) ein schlagkräftiges, frisches Team hinter unserem starken Zugpferd Markus Söder zu bilden, das glaubhaft die ganze Bandbreite einer Volkspartei abdeckt", hieß es im ursprünglichen Entwurf. In der schließlich verabschiedeten Fassung fehlte dann das "Zugpferd Markus Söder", es blieb nur das "frische Team".

Die Versammlungsleitung hatte noch versucht, die Abstimmung zu entschärfen und einen Kompromissvorschlag vorzulegen, fand aber kein Gehör. "Nein", scholl es aus dem Saal. Einen Aufstand gegen Söder bedeutet die Abstimmung nicht. Söders Rede zuvor hatten die etwa 300 JU-Delegierten noch applaudiert.

Quelle: ntv.de, ses/dpa/rts

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