Politik

CDU-Minister zum Coronavirus Spahn: "Wir müssen wachsam sein"

Die Zahl der Toten und Infizierten steigt von Tag zu Tag. Auch Deutsche haben sich mit dem Coronavirus angesteckt. Für Gesundheitsminister Spahn besteht dennoch kein Grund zur Panik. Bundesbürger in der betroffenen Region Wuhan sollen bald nach Deutschland zurückkehren.

Die etwa 100 ausreisewilligen Deutschen in Wuhan sollen in den nächsten Tagen mit einer Maschine ausgeflogen werden. Das sagte Gesundheitsminister Jens Spahn im Gespräch mit RTL/ntv. "Wir versuchen es schnellstmöglich", versicherte der Christdemokrat. Das Auswärtige Amt, das Bundesgesundheitsministerium, andere Ministerien und die Behörden in Hessen, wo das Flugzeug landen soll - in Frankfurt am Main -, müssten das sehr eng miteinander abstimmen. Aber eben auch mit den chinesischen Verantwortlichen müssten Absprachen getroffen werden.

Im "ntv Frühstart" sagte Thomas Silberhorn, Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium: "Die Bundesregierung insgesamt überlegt, die Deutschen, die in dieser chinesischen Provinz noch sind, auszufliegen. Dafür würde die Bundeswehr ein Flugzeug bereitstellen können. Das überlegen wir gerade in enger Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt und das wird auch sehr kurzfristig möglich sein." Auf Nachfrage sagte er: "Das kann schon morgen sein."

Die Metropole Wuhan und die umliegende Provinz Hubei sind derzeit weitestgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Die Region gilt als Ausgangspunkt für die Ausbreitung des neuen Coronavirus, der eine mitunter tödlich verlaufende Lungenkrankheit auslöst. Allein in China sind bislang mehr als 6000 Infektionsfälle erfasst. Die Zahl der Toten stieg inzwischen auf 132.

Angesichts der Ausbreitung des Virus riet Spahn von übertriebener Sorge ab. Zu RTL/ntv sagte er aber: "Wir müssen wachsam sein". Die Abläufe in Bayern, wo derzeit vier Infizierte behandelt werden, hätten gezeigt, dass die Behörden gut vorbereitet seien. "Nach derzeitigem Stand geht es den vier Patienten relativ gut, der Verlauf scheint milde zu sein und auch das ist eine gute Nachricht", sagte der CDU-Politiker.

Warnung vor falschen Internetvideos

Die Dinge müssten richtig eingeordnet werden. Es gehe darum, sich sowohl auf internationaler und europäischer Ebene auszutauschen als auch innerhalb Deutschlands. "Dass wir uns zwischen Bund und Ländern - ich habe gestern mit den Gesundheitsministern der Länder in einer Telefonkonferenz gesprochen - gut abstimmen und schlicht und ergreifend über alles, was wir wissen, auch gut informieren, wenn es um die Frage geht, was für ein Virus das ist, wie er übertragen wird, wie er sich weiter entwickelt, aber eben auch über Infektionen in Deutschland und Europa", so Spahn.

Am meisten Sorgen mache ihn, dass in den sozialen Medien Verschwörungstheorien verbreitet würden, sagte der Minister. "Deswegen gehen wir mit größtmöglicher Transparenz da auch vor." Videos, die angeblich Infizierte in China zeigen, die einfach mitten auf der Straße umfallen, seien mit Vorsicht zu genießen. "Gerade in sozialen Medien sind viele mit ganz eigenen Interessen unterwegs, die Bürgerinnen und Bürger verunsichern wollen."

Es sei schwer, immer nachzuvollziehen, welches Video echt sei. "Deswegen kann ich alle Bürgerinnen und Bürger nur ermuntern und auch ein wenig auffordern, sich jenseits der sozialen Medien, die es da zum Teil gibt, auch auf den offiziellen Seiten zu informieren." Als Beispiele nannte Spahn die Seite seines Ministeriums, des Robert-Koch-Instituts und der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung.

Quelle: ntv.de, fzö

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