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Das erste Mal seit US-Einmarsch Taliban verkünden dreitägige Waffenruhe

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Anlässlich des Ramadan sollen die Waffen der Taliban zeitweise ruhen.

(Foto: picture alliance / Ho/Planet Pix)

Die Taliban haben ihre Kämpfer erstmals seit 2001 zu einer Feuerpause im Rahmen des Fastenmonats Ramadan aufgerufen. Zuvor hatte die afghanische Regierung eine einseitige Waffenruhe verkündet. Es gibt allerdings Ausnahmen.

Nach der afghanischen Regierung haben auch die radikalislamischen Taliban eine zeitlich befristete Waffenruhe zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan verkündet. Ihre Kämpfer seien angewiesen worden, Angriffe gegen afghanische Sicherheitskräfte während der ersten drei Tage des Eid-al-Fitr-Fests des Fastenbrechens zu stoppen, erklärten die Taliban. Es ist das erste Mal seit dem Einmarsch der US-Truppen in Afghanistan im Jahr 2001, dass die Taliban eine Feuerpause ausriefen.

"Ausländische Besatzer" seien von der Waffenruhe allerdings ausgenommen. Sie würden weiterhin angegriffen, "wo auch immer wir sie sehen", erklärten die Taliban. Zudem will sich die Miliz "verteidigen", sollte sie während der von ihr verkündeten Waffenruhe attackiert werden.

Bereits am Donnerstag hatte der afghanische Präsident Aschraf Ghani einseitig eine einwöchige Waffenruhe zum Ende des Ramadan angekündigt. Die Feuerpause im Konflikt mit den Taliban solle vom 12. bis 19. Juni dauern, erklärte er. Die Waffenruhe solle am 27. Tag des Ramadan beginnen und bis zum fünften Tag des Eid-al-Fitr-Fests gelten.

Mehrere Anschläge verübt

Ghani wies die afghanischen Sicherheitskräfte an, in dieser Zeit alle Angriffe auf die Taliban zu stoppen. Die Einsätze gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und andere Terrorgruppen wie Al-Kaida sollen aber fortgesetzt werden.

Die Taliban führen derzeit ihre alljährliche "Frühjahrsoffensive" gegen die afghanische Regierung. Sowohl die Taliban als auch die IS-Miliz hatten in den vergangenen Monaten mehrfach schwere Anschläge in der afghanischen Hauptstadt Kabul verübt, bei denen zahlreiche Zivilisten getötet wurden.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP

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