Politik

Kampf ums Weiße Haus Trump hätte doch eine Chance gegen Clinton

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Trump kann nicht Trump bleiben und erwarten, dass er gewinnt, heißt es. Vielleicht kann er es doch.

(Foto: AP)

Bislang gingen die meisten Beobachter davon aus, dass eine Kandidatur des exzentrischen Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump gegen eine Kandidatin wie Hillary Clinton aussichtslos wäre. Doch diese Annahme ist falsch.

Entgegen den Prognosen von Experten und entgegen den Hoffnungen seiner innerparteilichen Konkurrenz hat sich US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump an der Spitze der republikanischen Kandidaten festgesetzt.

In einer Umfrage für den Sender CNN kommt Trump unter den Anhängern der Republikaner auf 24 Prozent. Auf Platz 2 folgt Präsidentensohn und -bruder Jeb Bush mit 13 Prozent. Alle weiteren Präsidentschaftsbewerber sind im einstelligen Bereich. Die Umfrage wurde unter Wählern durchgeführt, die sich als Anhänger der Republikaner registriert haben. Nur sie dürfen sich an den Vorwahlen beteiligen, mit denen der Präsidentschaftskandidat der Partei bestimmt wird.

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Hillary Clinton hat leicht an Zustimmung verloren.

(Foto: dpa)

Im Vergleich zur gleichen Umfrage im Vormonat konnte Trump um sechs Punkte zulegen – obwohl er sich in der Zwischenzeit einige umstrittene Bemerkungen geleistet hat. 58 Prozent der republikanischen Wähler haben nun ein positives Bild von ihm. Im Juli waren es 50 Prozent.

Dennoch sagen 58 Prozent der Republikaner, dass die Partei größere Chancen hätte, das Weiße Haus zu erobern, wenn jemand anders Präsidentschaftskandidat würde. Diese Position wird von den meisten Beobachtern geteilt: Trump hat viele enthusiastische Anhänger, aber sie kommen fast durchweg aus der frustrierten weißen Mittelschicht. Für viele andere galt der Milliardär als unwählbar. "Trump kann nicht Trump bleiben und erwarten, dass er gewinnt", fasste die "Washington Post" diese Position kürzlich zusammen.

Nur sechs Punkte hinter Clinton

Allerdings zeigt eine weitere Erhebung für CNN, dass Trump durchaus das Potenzial hat, die aussichtsreichste demokratische Bewerberin zu schlagen. In einer Umfrage, die sich nicht auf Anhänger der Republikaner beschränkt, liegt Trump nur noch sechs Punkte hinter Hillary Clinton. Im direkten Vergleich sagten 51 Prozent der registrierten Wähler, sie würden sich für Clinton entscheiden, 45 Prozent nannten Trump. Im Juli lag der Immoblientycoon noch 16 Punkte hinter der ehemaligen US-Außenministerin.

Die Umfrage zeigt auch, dass Clinton an Ansehen bei den US-Wählern verliert. Als Außenministerin hatte sie eine private E-Mail-Adresse benutzt, obwohl dies eigentlich nicht zulässig war. Informationen dazu gab sie nur scheibchenweise heraus. Im März hatten noch 51 Prozent gesagt, Clinton habe einen Fehler gemacht, als sie ihren privaten Mail-Server benutzte. In der aktuellen Umfrage sagen dies 56 Prozent. 53 Prozent der Amerikaner haben ein negatives Bild von ihr – laut CNN ist das Clintons schlechtester Wert seit März 2001.

Die frühere First Lady wird von 47 Prozent der demokratischen Wähler unterstützt. Im Vergleich zum Juli sind das neun Punkte weniger. Ihr für amerikanische Verhältnisse weit links stehender Herausforderer Bernie Sanders kommt auf 29 Prozent, ein Plus von zehn Punkten. Vizepräsident Joe Biden, der angeblich noch unentschieden ist, ob er kandidieren soll, erreicht 14 Prozent.

Quelle: ntv.de