Politik

"Ich halte Frauen in Ehren" Trump verteidigt Blut-Bemerkung

2015-08-07T022750Z_144936021_TB3EB8706U388_RTRMADP_3_USA-ELECTION-REPUBLICANS.JPG6782590087630099108.jpg

Auf seine Partei nimmt Donald "The Donald" Trump keine Rücksicht.

(Foto: REUTERS)

Viele US-Republikaner hoffen, dass der Wahlkampf des exzentrischen Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump bald zusammenbricht. Ein Spruch, der als Anspielung auf die Menstruation einer TV-Moderatorin verstanden wird, könnte da helfen. Doch Trump startet einen Gegenangriff.

Es war alles ganz anders: Keinesfalls wollte US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump andeuten, eine Moderatorin, die ihm kritische Fragen gestellt hatte, habe ihre Tage gehabt. So jedenfalls stellt der Milliardär selbst es dar. "Glauben Sie, ich würde so etwas sagen?", fragte er im Interview mit CNN. "Wer würde so etwas sagen? Nur eine kranke Person würde überhaupt daran denken."

Am Donnerstag war Trump bei der ersten Debatte der republikanischen Präsidentschaftsbewerber mit der Moderatorin Megyn Kelly aneinandergeraten. Einen Tag später sorgte er mit einer umstrittenen Bemerkung für einen Eklat: "Man konnte sehen, Blut kam aus ihren Augen, Blut kam aus ihrer - woraus auch immer", sagte er bei CNN.

2015-08-07T040558Z_323469088_TB3EB870BDOAM_RTRMADP_3_USA-ELECTION-REPUBLICANS.JPG8634083402864791555.jpg

Megyn Kelly war eine von drei Moderatoren, die die republikanischen Bewerber befragten.

(Foto: REUTERS)

Innerparteiliche Gegner warfen Trump daraufhin vor, zu weit gegangen zu sein. "Donald Trump ist ein Auto außer Kontrolle, das durch eine Menge von Republikanern fährt. Jemand muss ihn aus dem Wagen holen", sagte Senator Lindsey Graham, der sich ebenfalls um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner bewirbt. "Ich sehe nicht, wie wir 2016 das Weiße Haus gewinnen können, wenn wir nicht entschieden handeln."

In Umfragen liegt Trump weit vorn

Viele republikanische Politiker sind auch deshalb so verärgert über Trump, weil sie die potenziellen Kandidaten ansonsten für das stärkste Bewerberfeld seit langem halten. In den Umfragen liegt Trump unter den vielen republikanischen Bewerbern weit vorn: Einer Meta-Erhebung zufolge entfallen auf ihn derzeit 24,3 Prozent, auf den zweiplatzierten Republikaner Jeb Bush, der zu den Favoriten gerechnet wird, nur 12,5 Prozent. Dennoch glauben viele Experten, dass Trump bei einer Wahl gegen die wahrscheinliche Gegnerin Hillary Clinton keine Chance hätte – dafür schreckt er moderate Wähler, auf die jeder Präsidentschaftskandidat angewiesen ist, zu sehr ab.

Das republikanische Establishment hofft nun, dass Trump sich mit seinen Bemerkungen über Megyn Kelly selbst ins Aus gestellt hat: Kelly ist Moderatorin beim konservativen Sender Fox News und vor allem bei Anhängern der Republikaner beliebt. Bush warf Trump vor, 53 Prozent der Wähler beleidigt zu haben, und forderte den Konkurrenten auf, sich für seine Bemerkung zu entschuldigen.

Dazu sieht Trump keinen Anlass. Bei CNN erläuterte "The Donald", er habe sagen wollen, Megyn Kelly sei so wütend gewesen, dass ihr das Blut aus Augen, Nase und Ohren gekommen sei. Er habe den Satz aber nicht beendet, weil er über wichtigere Themen habe reden wollen.

In einem Gegenangriff warf Trump Bush vor, negativ über die Gesundheit von Frauen gesprochen zu haben. Bush hatte sich in der TV-Debatte versprochen und gesagt, er sei nicht sicher, dass "wir eine halbe Milliarde Dollar für Frauengesundheitsthemen ausgeben müssen". Bush erklärte später, er habe gemeint, die USA sollten nicht 500 Millionen Dollar an die Organisation "Planned Parenthood" geben, die unter anderem Abtreibungen anbietet.

Die Richtigstellung ignorierte Trump. Er selbst sei das genaue Gegenteil von Bush, sagte er in der für ihn typischen Selbstgefälligkeit. "Ich halte Frauen in Ehren, ich will Frauen helfen. Ich werde Dinge für Frauen tun, die kein anderer Kandidat tun kann. Und das ist sehr wichtig für mich."

Quelle: ntv.de