US-Wahl 2020

Reaktionen auf Biden-Wahlsieg Maas: "Wollen transatlantischen Neuanfang"

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"Wir wollen in unsere Zusammenarbeit investieren, für einen transatlantischen Neuanfang, einen New Deal", schreibt Bundesaußenminister Heiko Maas auf Twitter. 

(Foto: REUTERS)

Deutsche Politiker gratulieren Joe Biden zum Sieg bei der US-Präsidentschaftswahl - und drücken die Hoffnung auf eine künftig bessere Zusammenarbeit mit den USA aus. Außenminister Maas spricht sogar von einem "New Deal". Auch Bundespräsident Steinmeier schreibt dem künftigen US-Präsidenten.

Nach dem Sieg von Joe Biden bei der US-Präsidentenwahl hat neben Bundeskanzlerin Angela Merkel auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dem US-Demokraten gratuliert und ihm die enge Partnerschaft Deutschlands zugesichert. "Mit Ihrer Präsidentschaft verbinden sich die Hoffnungen unzähliger Menschen, weit über die Grenzen Ihres Landes hinaus, auch in Deutschland", schrieb Steinmeier an Biden. "Es ist die Hoffnung auf eine neue Gemeinsamkeit. Es ist die Hoffnung auf Verlässlichkeit, Vernunft und die beharrliche Arbeit an Lösungen in einer unruhigen Welt."

Steinmeier hob hervor, dass Biden für eine partnerschaftliche Außenpolitik stehe. "Sie stehen für ein Amerika, das um den Wert von Allianzen und Freunden, von Verlässlichkeit und Vertrauen weiß", schrieb der Bundespräsident an den Wahlsieger. "Sie werden in Deutschland einen starken Partner finden. Lassen Sie uns gemeinsam mit unseren europäischen Nachbarn die transatlantische Partnerschaft erneuern."

Deutschland sei "bereit, an Ihrer Seite für eine bessere, friedlichere und gerechtere Welt einzutreten", schrieb Steinmeier. "Wir Deutsche sind den Vereinigten Staaten für ihre Unterstützung für die Freiheit, Einheit und Sicherheit Deutschlands und Europas tief verpflichtet", heißt es in dem Schreiben weiter. "Als Demokratien sind wir eng verbunden. Wir tragen gemeinsam Verantwortung für Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie."

Maas hofft auf "New Deal"

Bundesaußenminister Heiko Maas für einen Neustart der schwer angeschlagenen Beziehungen zu den USA geworben. "Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit der nächsten US-Regierung", schrieb der SPD-Politiker auf Twitter. "Wir wollen in unsere Zusammenarbeit investieren, für einen transatlantischen Neuanfang, einen New Deal."

"Congratulations" ("Glückwunsch"), twitterte Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz an Biden gerichtet. "Jetzt gibt es die Chance, ein neues und spannendes Kapitel in den transatlantischen Beziehungen aufzuschlagen", schrieb Scholz. "Die USA bleiben der wichtigste und engste Partner Europas. Es gibt viel zu tun. Auf gute Zusammenarbeit!" Glückwünsche an Biden kamen auch von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Auf Englisch schrieb der CDU-Politiker auf Twitter, dass er sich auf eine Fortsetzung "unserer erfolgreichen Partnerschaft mit unseren amerikanischen Freunden in den kommenden vier Jahren freue".

Söder: "Yes he can!"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich nach dem Wahlsieg von Biden erleichtert gezeigt und dem Demokraten gratuliert. "Yes he can!", schrieb der CSU-Chef bei Twitter. Sein Vertrauen in die amerikanische Demokratie sei nun wieder gestärkt. "Jetzt sollte das bizarre Schauspiel der letzten Tage ein Ende finden."

Auch aus der Opposition in Berlin kamen positive Reaktionen. Linken-Chefin Katja Kippert zeigte sich "unglaublich erleichtert, dass Trump die Wahlen nicht gewonnen hat". Bidens Wahl sei eine "gute, wenn auch keine beruhigende Nachricht", erklärte sie und verwies auf das relativ starke Abschneiden von Trump: "Knapp die Hälfte der Stimmen bekam ein großmäuliger Lügner, der täglich seine Verachtung für Demokratie, Frauen und alle, die ihm zu widersprechen wagten, gezeigt hat."

Auch der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Peter Beyer, erwartet mit Biden eine Kehrtwende in den transatlantischen Beziehungen. "Wir werden einen US-Präsidenten haben, der wieder an Europa interessiert ist und uns nicht auseinanderbringen will", sagt Beyer in einer ersten Reaktion auf Bidens Sieg bei der Auszählung der Stimmen. Er sei sich nun sicher, dass Biden nächster US-Präsident werde. Daran würden auch die zu erwartenden rechtlichen Auseinandersetzungen nichts mehr ändern, sagt der CDU-Politiker.

Quelle: ntv.de, kst/rts/AFP/dpa