US-Wahl 2020

Nach Streit um Bedingungen TV-Duell zwischen Trump und Biden abgesagt

Das zweite geplante TV-Duell zwischen US-Präsident Trump und seinem Herausforderer Biden wird nicht stattfinden. Die zuständige Kommission sagt die Veranstaltung ab. Nach der Corona-Infektion von Trump hatte es Streit um den Termin gegeben.

Die für kommende Woche geplante zweite Fernsehdebatte zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden ist abgesagt worden. Die für den 15. Oktober vorgesehene Veranstaltung werde nicht ausgetragen, teilten die Organisatoren mit. Sie wollen sich nun ganz auf die Vorbereitung der letzten Debatte konzentrieren, die für den 22. Oktober vorgesehen sei.

Die Organisatoren hatten zuvor beschlossen, das zweite Duell zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus virtuell auszutragen, nachdem Trump vor einer Woche mitgeteilt hatte, er sei positiv getestet worden. Die Kandidaten sollten von unterschiedlichen Orten aus zugeschaltet werden, statt wie eigentlich üblich gemeinsam auf einer Bühne zu stehen. Trump lehnte das neue Format ab und erklärte, er werde unter solchen Bedingungen nicht teilnehmen. Das erste Duell Ende September war chaotisch verlaufen. Die beiden Bewerber beleidigten sich mehrfach gegenseitig, und vor allem Trump war Biden immer wieder ins Wort gefallen.

Zuletzt hatte Trump seine für Samstag anvisierte erste Wahlkampfveranstaltung nach seiner Infektion auf Montag verschoben. Trumps Wahlkampfteam gab am Freitag bekannt, dass der Präsident am Montagabend am internationalen Flughafen von Orlando im Bundesstaat Florida vor Anhängern auftreten wird. Am Samstag will der Präsident aber erstmals nach seiner Infektion wieder eine Veranstaltung am Weißen Haus abhalten. Ein Regierungsvertreter bestätigte Medienberichte, wonach Trump bei einer Rede vor seinem Amtssitz über das Thema "Recht und Ordnung" sprechen wird.

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Sorge vor Ansteckungsrisiko durch Trump

Trump war am Donnerstag vergangener Woche positiv auf das Coronavirus getestet worden und hatte die Infektion in der Nacht zum Freitag publik gemacht. Er wurde in der Folge drei Tage im Krankenhaus behandelt. Am Montag kehrte der 74-Jährige ins Weiße Haus zurück. Trumps Leibarzt Sean Conley erklärt am Donnerstag, er erwarte "die sichere Rückkehr des Präsidenten zu öffentlichen Verpflichtungen" für Samstag. Die Covid-19-Therapie habe "extrem gut" angeschlagen, Trumps Werte seien "stabil". Experten haben allerdings Zweifel angemeldet, ob der mit starken Medikamenten behandelte Präsident so schnell wieder in den politischen Alltag zurückkehren sollte - auch wegen eines möglichen Ansteckungsrisikos für andere.

Die Corona-Diagnose hatte Trumps Wahlkampf nur wenige Wochen vor der Präsidentschaftswahl am 3. November aus der Bahn geworfen. Der Republikaner liegt in Umfragen teilweise deutlich hinter seinem Herausforderer Joe Biden von den oppositionellen Demokraten.

Quelle: ntv.de, kst/AFP/rts