Politik

RTL/ntv Trendbarometer Union wieder bei 40 Prozent

imago0097877360h.jpg

Können die Beliebtheitswerte von Kanzlerin Angela Merkel im Falle einer Kandidatur auf CSU-Chef Markus Söder überspringen. Gut möglich.

(Foto: imago images/Christian Spicker)

Wäre am Sonntag Bundestagswahl, würden mehr Menschen für CDU und CSU stimmen als für SPD, Grüne und Linke zusammen. Die FDP liegt laut Forsa nur noch knapp über der Fünf-Prozent Marke. Kalbitz' Rausschmiss spaltet zwar die AfD, die meisten ihrer Wähler aber stimmen Meuthen zu.

Die politische Stimmung in Deutschland ist nach den ersten größeren Lockerungen der Corona-Maßnahmen weitgehend unverändert. Die Union bleibt in der Corona-Krise mit großem Abstand die stärkste politische Kraft. Gegenüber der Vorwoche können sich CDU/CSU im RTL/ntv-Trendbarometer um einen Prozentpunkt verbessern und liegen wieder bei 40 Prozent. Damit ist die Union ist stärker als das gesamte "linke" Wählerlager von Grünen, SPD und Linke, die zusammen auf 39 Prozent kommen. Die FDP verliert einen Prozentpunkt und liegt jetzt bei 5 Prozent.

Wäre an diesem Sonntag Bundestagswahl, würden SPD, FDP und AfD weniger, Grüne und Union mehr Stimmen erhalten als bei der Bundestagswahl 2017: CDU/CSU 40 Prozent (2017: 32,9 Prozent), SPD 15 Prozent (2017: 20,5 Prozent), FDP 5 Prozent (2017: 10,7Prozent), Grüne 16 Prozent (2017: 8,9 Prozent), Linke 8 Prozent (2017: 9,2 Prozent), AfD 9 Prozent (2017: 12,6 Prozent). 7 Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden (5,2 Prozent). Die Zahl der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt derzeit bei 26 Prozent (23,8 Prozent).

Der Zuwachs der Union in der Corona-Krise wird vor allem durch frühere Wähler der SPD, der FDP und der Grünen gespeist. Von 100 neuen Wählern der CDU/CSU haben 23 im September 2017 SPD, 22 FDP, 12 Grüne und 3 AfD gewählt. Von den Verlusten der AfD profitiert die Union - anders als vielfach vermutet - kaum, weil die meisten abgewanderten damaligen AfD-Wähler derzeit gar nicht wählen würden. Von dem Unions-Zuwachs in Höhe von 7,1 Prozentpunkten gehen demnach nur 0,2 Prozentpunkte auf das Konto der AfD.

Meuthen erhält Zuspruch

Im Streit um den Parteiausschluss des AfD-Vorstands Andreas Kalbitz zeigt sich die Anhängerschaft der "Alternative für Deutschland" zerrissen. Im Auftrag der Mediengruppe RTL Deutschland hat Forsa in dieser Woche AfD-Anhänger in Ost- und Westdeutschland nach ihrer Einschätzung gefragt. 51 Prozent finden den Kalbitz-Rauswurf richtig, 49 Prozent befürworten die Entscheidung nicht. 40 Prozent der Befragten halten den Rauswurf für falsch, 9 Prozent sind unschlüssig. 49 Prozent der ostdeutschen Anhänger sind gegen den Ausschluss, 42 Prozent sind dafür. Im Westen lehnen nur 35 Prozent den Ausschluss ab, während 56 Prozent den Schritt begrüßen. Dass das Höcke-Lager unter allen AfD-Anhängern womöglich eher klein ist, zeigt ein anderer Wert: 80 Prozent der Höcke-Unterstützer lehnen den Kalbitz-Rauswurf ab.

Insgesamt hat der Co-Parteichef Jörg Meuthen derzeit die meisten Anhänger hinter sich. 62 Prozent des AfD-Wählerlagers sind der Auffassung, dass Meuthen am ehesten "für die Werte und Ziele der AfD steht". Vom Kalbitz-Verbündeten Björn Höcke denken das nur 22 Prozent. Dem entsprechend sind 57 Prozent der AfD-Anhänger überzeugt, dass Jörg Meuthen den Machtkampf am Ende gewinnen wird. Dem "Flügel" um Björn Höcke trauen 24 Prozent der AfD-Anhänger einen Sieg zu. Der Machtkampf sollte nach Auffassung der meisten AfD-Anhänger - 65 Prozent auf einem Sonderparteitag geklärt werden.

*Datenschutz

Quelle: ntv.de, shu