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Haar- und Barterlass ist rechtmäßig Alte Zöpfe bei der Bundeswehr

Bei der Truppe ist so ziemlich alles geregelt. Das muss wohl so sein, damit die Disziplin aufrecht erhalten bleibt und die Streitkräfte einwandfrei funktionieren. Zum Ärger von Generationen junger Männer gilt dies auch für die Haar- und Barttracht, wie das Bundesverwaltungsgericht nun noch einmal bekräftigte.

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Dass Soldatinnen längere Haare tragen dürfen, stelle "eine zulässige Maßnahme zur Förderung von Frauen in der Bundeswehr dar.

(Foto: picture alliance / dpa)

Soldaten mit Zopf bleiben tabu. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat entschieden, dass der sogenannte Haar- und Ba rterlass der Bundeswehr rechtmäßig ist. Es wies in zwei Beschlüssen die Beschwerden eines Wehrpflichtigen ab. Dieser trug bei Antritt des Wehrdienstes rund 40 Zentimeter lange Haare, die offen getragen auf den Rücken fielen.

Im Dienst sicherte er die Haare zunächst mit mehreren Haargummis, so dass sie einen langen, über den Uniformkragen hinaus bis zu den Schulterblättern reichenden Pferdeschwanz ergaben; später trug er die Haare hochgebunden. Seine Disziplinarvorgesetzten befahlen dem Antragsteller mehrfach, sich mit einer Frisur zum Dienst zu melden, die den Bestimmungen des Haar- und Barterlasses entspricht.

Dieser sieht für männliche Soldaten vor, dass das Haar am Kopf anliegen oder so kurz geschnitten sein muss, dass Ohren und Augen nicht bedeckt werden; das Haar muss so getragen werden, dass bei aufrechter Kopfhaltung Uniform- und Hemdkragen nicht berührt werden.

Der Antragsteller befolgte die Befehle nicht und erhob gegen zwei dieser Befehle Beschwerde nach der Wehrbeschwerdeordnung. Er sah sich in seinem Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit (Art. 2 Abs. 1 GG) verletzt und verlangte Gleichbehandlung mit Soldatinnen, denen das Tragen längerer Haare, gegebenenfalls mit einem Haarnetz, gestattet sei.

Der 1. Wehrdienstsenat entschied nun, dass das Bundesverteidigungsministerium befugt sei, die Haar- und Barttracht der Soldaten zu regeln. Auftrag und Funktionsfähigkeit der Streitkräfte seien "in einem hohen Maß durch ein nach außen einheitliches Auftreten und einen nach innen engen Zusammenhalt ihrer Angehörigen geprägt". Überdies werde keine Einheitsfrisur verordnet. Dass Soldatinnen längere Haare tragen dürfen, stelle eine zulässige Maßnahme zur Förderung von Frauen in der Bundeswehr dar, so das Gericht.

Quelle: n-tv.de, awi/AFP

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