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Soziale Netzwerke im Fadenkreuz Arbeitgeber "spionieren" Bewerber aus

Der Bewerber ist topqualifiziert, willig und passt genau zu der ausgeschriebenen Stelle. Und dennoch erfolgt die Ablehnung. Was zunächst für Verwunderung sorgt, kann auch an der Präsentation des Kandidaten in den Sozialen Netzwerken liegen.

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Viele Personalentscheider achten auch private Aktivitäten der Bewerber.

(Foto: imago stock&people)

Halbnackt, die barbusige Schöne im Arm oder stark angetrunken seinen Rausch im Hausflur ausschlafend – was als Nachweis eines bewegten Lebens bei Freunden in Form von Fotos oder Einträgen in sozialen Netzwerken gut ankommen mag, kann auf potenzielle Arbeitgeber abschreckend wirken. Und mit einer gründlichen Überprüfung ihrer "Netzselbstdarstellung" müssen Bewerber laut Digitalverband Bitkom rechnen.

Laut einer Befragung des Verbandes unter 408 Personalverantwortlichen in Unternehmen ab 50 Mitarbeitern werden in rund jeder zweiten Firma die entsprechenden Seiten im Netz unter die Lupe genommen. Dabei werden Einträge in beruflichen Netzwerke wie Xing oder LinkedIn häufiger ausgewertet (39 Prozent) als die eher privat ausgerichteten wie Facebook oder Twitter (24 Prozent). "Profile in Sozialen Netzwerke sind oft aussagekräftiger als eine kurze Bewerbung. Deshalb werden Personalabteilungen künftig noch häufiger darauf zurückgreifen, um sich ein Bild von Kandidaten zu machen", prophezeit denn auch Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. "Ein bewusst gepflegtes Profil kann die Bewerbungsunterlagen ergänzen, die eigenen Qualifikationen unterstreichen und das Bild eines Kandidaten abrunden."

Demnach hat sich bereits heute jeder siebte Personalchef, der sich Profile von Bewerbern in Soziale Netzwerken anschaut, aufgrund eines Online-Checks für oder gegen einen Bewerber entschieden. 90 Prozent dieser Personalentscheider geben Widersprüche zu den Bewerbungsunterlagen als Grund für die Entscheidung an. Jeder Dritte berichtet von inkompetenten fachlichen Äußerungen der Kandidaten, 6 Prozent sind auf beleidigende Äußerungen gestoßen. Keine Rolle spielen dagegen die politische Weltanschauung des Kandidaten oder harmlose Fotos von Partys. "Kein Personalentscheider ist so weltfremd, dass er Bewerber aussortieren würde, weil sie ausgelassen feiern. Es gibt aber Grenzen bei dem, was öffentlich ins Netz gestellt werden sollte", so Rohleder.

Im Mittelpunkt des Interesses stehen bei der Überprüfung die fachliche Qualifikation. Knapp jeder zweite Personaler achtet auch private Aktivitäten der Kandidaten.

Quelle: n-tv.de, awi

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