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Im Osten weniger Unfallschäden Brandenburger besser als ihr Ruf

Brandenburger Autofahrer müssen für ihre Haftpflichtversicherung weniger ausgeben als Fahrzeughalter in Bayern. Grund ist die Regionalstatistik der Versicherungswirtschaft. Die zeigt: In Brandenburg gibt es die wenigsten Haftpflicht-Schäden, tendenziell fährt man hier also sicherer als andernorts.

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Auch die Wetterverhältnisse beeinflussen die Regionalstatistik.

(Foto: picture alliance / dpa)

In Berlin gelten Autos mit Umland-Kennzeichen per se als verdächtig und spätestens seit Rainald Grebes legendärer Textzeile "In Brandenburg ist wieder jemand gegen einen Baum gegurkt" vermutet man auch in Rest-Deutschland, dass es um die Fahrkompetenz der Mark-Bewohner nicht zum Besten steht. Zu Unrecht. Das zeigt die neue Regionalstatistik des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), anhand der die Versicherer ihre Prämien berechnen. Je niedriger die Einstufung in der Versicherungsklasse ist, je weniger Unfallschäden es also gibt, desto günstiger ist die Autoversicherung in der Region. Autofahrer in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern werden auch im kommenden Jahr besonders günstig fahren, weil sie statistisch gesehen weniger Schäden anrichten.

Besonders preiswert ist die Kfz-Haftpflichtversicherung in den Zulassungsbezirken Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Ostprignitz-Ruppin, Hansestadt Greifswald und Neubrandenburg. Am teuersten fährt man in Kaufbeuren, Augsburg und Berlin. Von der Hauptstadt einmal abgesehen, zeigt sich in der Statistik ein deutliches Süd-Ost-Gefälle, die teuren Regionen liegen vor allem in Bayern und Hessen. Im Osten fällt die Schadensbilanz geringer aus als im Süden der Republik. Das liegt aber nicht allein am Fahrverhalten. Auch die Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge und die örtlichen Straßen- und Witterungsverhältnisse spielen eine Rolle.

In der Kasko sieht es anders aus 

Im Grunde ist die Unfallbilanz in den Regionen seit Jahren konstant, große Veränderungen gibt es daher in der Regionalstatistik kaum. 68 Prozent der zugelassenen Pkws bleiben in derselben Regionalklasse, nur für 32 Prozent gibt es eine Veränderung. Unter den 15 größten deutschen Städten rangiert Bremen weiterhin auf einem Spitzenplatz, die teuersten Großstädte bleiben Nürnberg und Berlin.

Ob die Brandenburger tatsächlich öfter gegen Bäume fahren als andere, lässt sich anhand der Haftpflichtstatistik nicht beurteilen. Schäden am eigenen Wagen sind schließlich nicht versichert. Unfallschäden am eigenen Fahrzeug übernimmt die Vollkasko. Hier führen die Zulassungsbezirke Oldenburg, Friesland und Ammerland die Regionalstatistik an. Am Ende der Skala befinden sich, wie in den Vorjahren, das Ostallgäu, Garmisch-Partenkirchen. Besonders auffällig sind die Schadensdifferenzen in der Teilkaskoversicherung, die unter anderem bei Diebstahl und Vandalismus einspringt. Hier liegt der Schadensindex in einigen Regionen fast doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt. So rangiert etwa das bayrische Rottal/Inn bei einem Indexwert von 194 Prozent, im Ostallgäu sind es 190 Prozent. Zugrunde gelegt ist stets ein Durchschnittswert von 100 Prozent. Auch im Osten gibt es teils extrem hohe Werte. So kommt etwa Stendal in Sachsen-Anhalt auf einen Index von 166. Demmin, Müritz und Ostvorpommern liegen nur knapp dahinter.

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Quelle: ntv.de, ino

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