Ratgeber

Wechsel zu Privatkassen Bund der Versicherten warnt

Angesichts der steigenden Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung hat der Bund der Versicherten vor einem überstürzten Wechsel in eine Privatversicherung gewarnt. Die Prämien für Privatkassen drohten ab dem kommenden Jahr zu steigen, erklärte der Bund der Versicherten (BdV). Grund sei die neue Möglichkeit durch die Gesundheitsreform, dass Mitglieder bei einem Kassenwechsel einen Teil ihrer Altersrückstellungen mitnehmen dürfen. Mit diesem Geld wird der Anstieg der Beiträge im Alter gedämpft. Die Versicherer müssen ihre Beiträge entsprechend höher kalkulieren.

Von künftig steigenden Beiträgen könnten aber nicht nur neue Versicherte ab dem kommenden Jahr betroffen sein, erklärte der Verbraucherschutz-Verein weiter. Auch wer noch in diesem Jahr wechsle, sei nicht davor gefeit, dass seine Prämien künftig stiegen: "Der Prämienvorteil ist nur von kurzer Dauer", erklärte BdV-Chefin Lilo Blunck. "Langfristig werden die Prämien für alle Versicherten steigen." Grund sei, dass die Regelung zur Mitnahme von Altersrückstellungen auch Bestandsversicherte 2009 gelte.

Teurer durch Basistarif

Zudem müssten die Kassen einen so genannten Basistarif anbieten, in den Interessenten auch ohne Überprüfung ihres Gesundheitszustands wechseln dürfen. Der Basistarif soll in etwa die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen umfassen. Finanziere sich der Basistarif nicht von selbst, müssten die Bestandsversicherten womöglich zuzahlen, warnte der Bund der Versicherten. Zu einer privaten Krankenkasse dürfen Versicherte wechseln, die in drei Jahren in Folge mehr als 48.150 Euro brutto verdient haben. Beamte können jederzeit unabhängig von ihrem Einkommen in eine private Krankenkasse wechseln.

Derzeit werben viele private Krankenkassen um neue Versicherte. Sie verweisen dabei häufig auf den Anstieg des Beitragssatzes der gesetzlichen Kassen. Der Satz wird durch die Gesundheitsreform ab dem kommenden Jahr einheitlich festgesetzt und liegt nach einem Beschluss des Kabinetts zunächst bei 15,5 Prozent.

Quelle: ntv.de