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Prüfen und kontrollieren Darauf bei Lebensmittel-Lieferdienst achten

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Auch Amazon liefert nun Lebensmittel bis an die Haustür.

dpa

Amazon macht nun den deutschen Lebensmittelmärkten Konkurrenz. In Berlin und Potsdam beginnt der Online-Supermarkt Amazon Fresh seine Arbeit. Zum Sortiment gehören auch frisches Fleisch, Obst und Gemüse.

Mit Amazon Fresh drängt ein weiterer Anbieter auf den Markt für Lieferdienste für frische Lebensmittel. Der Service birgt Chancen und Risiken - Verbraucher sollten sich vor dem Füllen des virtuellen Einkaufskorbs gut informieren.

Welche Anbieter gibt es?

Außer Amazon bieten auch Supermärkte wie Edeka, Rewe und Kaufland online ein Vollsortiment an, außerdem gibt es reine Online-Märkte wie allyouneedfresh, food.de und mytime.de. Daneben existieren kleinere Anbieter für spezielle Produkte wie Müsli, Fleisch, Alkohol oder Allergiker-Nahrungsmittel. Die Verbraucherzentrale Brandenburg identifizierte zuletzt 179 Händler mit Sitz in Deutschland, die überregional frische Lebensmittel liefern.

Wie erkenne ich seriöse Händler?

Eine Orientierung bieten Gütesiegel, die den Kriterien der Initiative D21 entsprechen. Die vier Siegel können erworben werden, wenn sich die Online-Händler bei der örtlichen Behörde für Lebensmittelüberwachung registrieren, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit erklärt. Verbraucherschützer raten außerdem dazu, das Impressum der Seite auf vollständige Adressen zu prüfen und zu schauen, ob die Produkte Angaben zu Inhalt, Größe, Preis und Herkunft enthalten.

Was gibt es bei Lieferung und Qualität zu beachten?

Amazon Fresh und viele Supermärkte liefern in Ballungsgebieten noch am selben Tag in einem frei zu wählenden Zeitfenster. Verbraucherschützer raten zu zweierlei: Kunden sollten bei der Lieferung auch wirklich zuhause sein - andernfalls kann es passieren, dass die Lieferung zurückgeht oder die Post sie einlagert. Außerdem sollten sie prüfen, ob gekühlte Produkte wirklich kühl ankommen. Zu warme und dadurch verdorbene Produkte waren bei einem Test durch die Verbraucherzentrale Brandenburg das Hauptproblem bei Lebensmittel-Lieferungen.

Welche Kosten fallen an?

Grundsätzlich werden Gebühren fällig, wenn sich der Kunde den Weg zum Supermarkt spart. Viele Anbieter werben aber mit Rabatten: Bei Edeka entfallen bei einem Mindestwarenwert von 70 Euro die Versandkosten, bei Amazon Fresh ab 40 Euro - dort gibt es aber einen Monatsbeitrag. Rewe bietet Neukunden die erste Lieferung kostenlos an, Kaufland wirbt mit drei kostenlosen Lieferungen.

Verbraucherschützer raten zudem darauf zu achten, dass die Dienste mindestens eine kostenlose Bezahlvariante anbieten. Die Stiftung Warentest rät zur Zahlung per Lastschrift oder auf Rechnung, weil so die Ware erst nach Erhalt gezahlt werden kann.

Was sagt die Umwelt?

Verbraucherschützer verweisen auf viel Plastik- und Papiermüll als großen Minuspunkt bei Lebensmittel-Lieferungen. Vor allem Kühlprodukte sind aufwendig verpackt. Viele Anbieter, etwa Amazon und Rewe, werben daher damit, dass sie in Papier- und Baumwolltüten liefern.

Was gibt es bei Reklamationen zu beachten?

Für frische und schnell verderbliche Lebensmittel gibt es kein Rückgabe- und Widerrufsrecht, bei Mängeln muss der Händler aber Ersatzware liefern oder den Kaufpreis erstatten. Ansonsten gelten für Lebensmittel, die im Internet gekauft werden, dieselben Rückgabe- und Widerrufsrechte wie für alle anderen Produkte. Verbraucher sollten die Ware direkt bei Erhalt prüfen und gegebenenfalls sofort beim Lieferdienst reklamieren.

Wie entwickelt sich der Markt für Lebensmittel-Lieferdienste?

Bislang steckt das Angebot noch in der Nische. Der Beratungsgesellschaft EY zufolge machen derzeit nur 1,4 Prozent der Konsumenten mindestens die Hälfte ihrer Lebensmitteleinkäufe online. Demnach werden viele Menschen noch vom unvollständigen Sortiment, von mangelnder regionaler Abdeckung und von komplizierten Liefermodalitäten abgeschreckt.

Dem Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik zufolge liegt der Marktanteil derzeit bei einem Prozent - für die Zukunft hält das Institut zwischen fünf und zehn Prozent für möglich. Die Verbraucherzentralen erhoffen sich durch die Stärkung weiterer Online-Händler unter anderem ein besseres Angebot.

Quelle: n-tv.de, awi/AFP

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