Ratgeber

Bescheinigung für Ruheständler Rentenversicherung hilft bei der Steuer

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Beim Ausfüllen der Steuererklärung hilft eine kostenlose Bescheinigung der Rentenversicherung.

(Foto: imago/Schöning)

Viele Rentner sind mittlerweile verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Doch bevor Ruheständler diese angehen, sollten sie sich eine Bescheinigung der Rentenversicherung zuschicken lassen. Der Beleg hilft beim Ausfüllen der relevanten Anlagen. Wo und wie ist er zu haben?

Der Ruhestand schützt nicht per se vor Arbeit und auch nicht vor dem Finanzamt. So sind bereits gut sechs Millionen Rentner steuerpflichtig. Tendenz steigend. Die Erklärung wird immer dann fällig, wenn das zu versteuernde Einkommen den jährlichen Grundfreibetrag überschreitet. Im vergangenen Jahr lag dieser bei, 9744 Euro für Singles und bei 19.488 Euro für Verheiratete. 2022 liegt er bei 9984 Euro beziehungsweise 19.968 Euro. Allerdings kommt es nicht nur auf die Höhe der Rente an, sondern auch darauf, wann jemand in den Ruhestand gegangen ist. Denn Renten werden erst seit 2005 teilweise besteuert.

Waren bis 2005 noch die Hälfte der damals bezogenen Rente steuerfrei, unterliegen im Jahr 2022 bereits 82 Prozent der Altersbezüge der Steuerpflicht. Denn Jahr für Jahr steigt der Prozentsatz des steuerpflichtigen Teils der Rente für die jeweiligen Neurentner um zwei Prozentpunkte. Bei einem Rentenbeginn im Jahr 2022 liegt er somit bei 82 Prozent der Jahresbruttorente. Danach erhöht er sich für Neurentner jeweils nur noch um einen Prozentpunkt. Alle Renten, die im Jahr 2040 oder später beginnen, sind dann zu 100 Prozent zu versteuern.

Die gute Nachricht lautet, dass der Rentenfreibetrag auch in den Folgejahren unverändert bleibt. Beim Senior, der seit 2005 Rente bezieht, bleiben also auch im Jahr 2022 50 Prozent der Rentenzahlung von 2005 immer steuerfrei. Der Freibetrag bezieht sich dabei auf den konkreten Geldbetrag und nicht auf einen Anteil der jeweiligen Rente. Zukünftige Rentenerhöhungen müssen also voll versteuert werden.

"Anlage R" und "Anlage Vorsorgeaufwand"

Wer unsicher ist, ob er eine Einkommensteuererklärung machen muss, sollte sich Hilfe suchen, zum Beispiel bei einem Lohnsteuerhilfeverein oder einem Steuerberater.

Mittlerweile werden die Daten für die gesetzliche Rente dem Finanzamt automatisch übermittelt und müssen nicht mehr eingetragen werden. Wer aber mithilfe eines Steuerberechnungsprogramms das Ergebnis erfahren möchte, muss die Daten eintragen. Genau wie wenn die Erklärung in Papierform erfolgt.

Damit das Finanzamt den steuerpflichtigen Anteil der gesetzlichen Rente korrekt ermitteln kann, müssen Rentner ihrer Steuererklärung die ausgefüllten Vordrucke "Anlage R" und "Anlage Vorsorgeaufwand" beifügen. Hierbei hilft ihnen eine kostenlose Bescheinigung der Rentenversicherung, die sogenannte "Information über die Meldung an die Finanzverwaltung".

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Die Mitteilung enthält alle steuerrechtlich relevanten Beträge mit Hinweisen, in welchen Zeilen der Steuervordrucke die Werte einzutragen sind. Wer sie einmal beantragt hat, bekommt sie in den Folgejahren automatisch zugeschickt. Wird die Bescheinigung erstmalig benötigt, kann sie per Brief, Fax oder im Internet unter www.deutsche-rentenversicherung.de/Steuerbescheinigung angefordert werden. Möglich ist auch ein Anruf beim gebührenfreien Servicetelefon der Deutschen Rentenversicherung unter der Nummer 0800/1000 4800.

Wichtig zu beachten: Bei der Anforderung ist die persönliche Rentenversicherungsnummer anzugeben. Wer die Bescheinigung für eine Hinterbliebenenrente benötigt, gibt die Versicherungsnummer des Verstorbenen an.

(Dieser Artikel wurde am Dienstag, 18. Januar 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, awi

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