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Ruhestand und Steuer Rentner! Post vom Finanzamt ernst nehmen

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Die Mehrheit der Rentner muss zwar keine Steuern zahlen. Das heißt aber nicht, dass sie nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind.

(Foto: imago/Christian Ohde)

Manche Rentenbezieher erhalten unerwartet Post vom Finanzamt. Die Steuerbehörde fordert darin zur Abgabe einer Steuererklärung auf. Das Schreiben sollte keinesfalls ignoriert werden.

Senioren müssen prinzipiell für ihre Rente Einkommensteuer zahlen. Dabei bleibt aber ein gewisser Anteil steuerfrei. Maßgebend für den steuerfreien Anteil ist das Jahr des Rentenbeginns. Je später man in Rente geht, desto niedriger ist der steuerfreie Anteil. Bei Senioren, die 2005 oder früher in Rente gingen, betrug der steuerfreie Anteil beispielsweise noch 50 Prozent der ersten Jahresrente. Senioren, die 2021 den Ruhestand antreten, bekommen hingegen lediglich noch 19 Prozent steuerfrei. Maßgebend ist dabei das Jahr des tatsächlichen Rentenbeginns, entschied das Finanzgericht Schleswig-Holstein (Az.: 2 K 159/19).

Die Mehrheit der Rentner muss zwar keine Steuern zahlen. Das heißt aber nicht, dass sie nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind. Darauf macht die Lohnsteuerhilfe Bayern (Lohi) aufmerksam. Maßgeblich für die Abgabepflicht ist der Gesamtbetrag der Einkünfte.

Rentenfreibetrag und steuerlicher Grundfreibetrag

Bei Rentnern ist das der Betrag, der übrig bleibt, wenn man von der gesetzlichen Rente den Rentenfreibetrag und die Werbungskostenpauschale von 102 Euro abzieht. Im Veranlagungszeitraum 2020 lag der Grenzwert für Einzelveranlagung bei 9408 Euro, im Falle einer Zusammenveranlagung bei 18.816 Euro.

Überschreitet man den Grundfreibetrag, heißt das noch nicht, dass man Steuern zahlen muss. Auch bei Überschreitung des Grundfreibetrags kann die Steuer am Ende immer noch 0 Euro betragen. Denn Rentner profitieren vom Rentenfreibetrag und dem steuerlichen Grundfreibetrag und können Ausgaben wie Krankheitskosten geltend machen.

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Werden durch Rentenanpassungen die Grenzbeträge überschritten, muss man das Finanzamt darüber informieren und auch wieder eine Steuererklärung abgeben. Darüber hinaus entsteht für alle Rentner eine Abgabepflicht, sobald das Finanzamt zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung aufgefordert hat. Beträgt die Steuer 0 Euro, braucht man sich zumindest keine Sorgen um eine nicht eingeplante Steuernachzahlung zu machen. Das Finanzamt kann aber trotzdem einen Verspätungszuschlag verlangen.

Zwar wird dieser nicht automatisch mit dem Mindestsatz von 25 Euro pro verspäteten Monat berechnet, weil das Finanzamt das bei einer Steuer von 0 Euro nicht darf. Dennoch gibt es Finanzämter, die individuell entscheiden, ob ein Verspätungszuschlag gezahlt werden soll. Betroffene sollten dann Einspruch einlegen, raten die Experten.

Quelle: ntv.de, awi/dpa

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