Ratgeber

Medium-Sprudel im Warentest Den Testsieger gibt's beim Discounter

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Bei Mineralwasser handelt es sich eigentlich nur um Regenwasser, welches durch Gesteinsschichten bis zur Quelle gesickert ist.

(Foto: imago/Ulrich Roth)

Hierzulande wird der Durst gerne mit Mineralwasser gelöscht, in immer größeren Mengen. Besonders beliebt ist die Medium-Variante mit mittlerem Kohlensäure-Gehalt. Da sollte dann auch die Qualität stimmen. Was erfreulicherweise meist der Fall ist, wie eine Untersuchung der Stiftung Warentest von 31 Wässern zeigt.

Mineralwasser ist gefragt. Im Schnitt wurden in Deutschland in den vergangenen Jahren rund 150 Liter pro Kopf und Jahr getrunken. Und dies, obwohl es sich bei den Wässern eigentlich nur um Regenwasser handelt, welches durch Gesteinsschichten bis zur Quelle gesickert ist. Auf dem Weg in die Tiefe kann das Wasser dann Mineralien aufnehmen. Wobei die Deutschen aus dem Vollen schöpfen können, gibt es hier doch mehr als 800 anerkannte Mineralquellen. Verbraucher können aus über 500 Mineralwässern wählen, je nach Gusto dann noch zwischen stillen oder mit Kohlensäure versetzten.

Sehr beliebt ist die Medium-Variante mit mittlerem Kohlensäure-Gehalt. Die Stiftung Warentest hat 31 Medium-Mineralwässer getestet. Mit erfreulichem Ergebnis: 2 sind sehr gut, 25 gut und 4 immerhin befriedigend. Einer der Testsieger stammt vom Discounter und ist für nur 13 Cent pro Liter zu haben.

Mikrobiologisch sind alle getesteten Wässer einwandfrei

Getestet wurden natürliche Mineralwässer "Medium" aus Deutschland. 14 davon sind Eigenmarken des Handels, 14 sind regional bedeutende Markenwässer und 3 Bio-zertifiziert. Geprüft wurden die Produkte auf Sensorik, kritische Stoffe, mikrobiologische Qualität, Verpackung und Deklaration sowie auf eventuelle oberirdische Verunreinigungen. Mikrobiologisch sind alle getesteten Wässer einwandfrei, allerdings wurden bei vier Produkten oberirdische Verunreinigungen festgestellt. Eins war mit Uran belastet.

Das Wasser von Aldi Süd "Aqua Culinaris" aus dem Kurfels-Mineralbrunnen in Nordrhein-Westfalen, das mittlerweile in "Quellbrunn" umbenannt wurde, siegte im Test und ist mit 13 Cent pro Liter außerdem das günstigste getestete Wasser. Das gleichnamige "Aqua Culinaris"-Mineralwasser aus der Altmühltaler Quelle in Bayern bekam hingegen nur das Testurteil "gut" (2,5).

Unter anderem kann die Stiftung Warentest nachfolgende Mineralwässer empfehlen: "Aqua Culinaris Medium" (0,13 Euro/ Liter) von Aldi Süd, "sehr gut" (1,5), Basinum "Medium" (0,27 Euro/Liter), "sehr gut" (1,5), "Reinsteiner Medium" (0,39 Euro/Liter), "gut" (1,6) und "Wittmansthaler Quelle Medium" (0,46 Euro/Liter), "gut" (1,6).

Im Test am schlechtesten abgeschnitten haben folgende vier Mineralwässer, die aber auch noch mit dem Gesamturteil "befriedigend" bewertet wurden: "Naturpark Quelle "Medium" (0,32 Euro/Liter/3,5), "Mecklenburger Quelle Medium" von Netto (0,13 Euro/Liter/3,2), "Quality Medium" (0,23 Euro/Liter) von Real (2,7) und "Merkur "Medium" (0,31 Euro/Liter/2,7).

Warentest stellt Bezeichnung "natürliches Mineralwasser" infrage

Laut Mineral- und Tafelwasserverordnung (MTVO) muss Mineralwasser direkt an der Quelle abgefüllt werden und von ursprünglicher Reinheit sein. Zudem müssen die unterirdischen Wasservorkommen vor Verunreinigung geschützt sein - trotzdem wurden im Test bei manchen Wässern Spuren oberirdischer Verunreinigungen gefunden.

Mehr zum Thema

In den Mineralwässern von Netto (Mecklenburger Quelle), Merkur (Laurentius-Quelle), Real Quality (Felsenquelle) und Förstina Sprudel (Quelle Förstina Sprudel) wurde ein Abbauprodukt eines Pflanzenschutzmittels gefunden. Der Förstina-Sprudel enthielt außerdem Süßstoffe und einen Komplexbildner, der beispielsweise in Waschmitteln steckt. Gesundheitlich bedenklich ist der Gehalt an Rückständen aus Haushalt, Industrie und Landwirtschaft nicht - aber das Wasser ist dann auch nicht ursprünglich rein. Hier stellt Stiftung Warentest die Bezeichnung "natürliches Mineralwasser" infrage.

Das Wasser "Naturpark Quelle" aus der gleichnamigen Quelle in Baden-Württemberg wies einen erhöhten Urangehalt auf. Die tolerierbare Tagesdosis würde ein 60 Kilogramm schwerer Erwachsener mit 2,8 Litern des Wassers ausschöpfen.

Quelle: ntv.de, awi