Ratgeber

Ohne Angst durch die Krise Der Kündigung ins Auge sehen

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Als Folge der Wirtschaftskrise werden viele Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren.

Gerd Altmann, pixelio.de

Die Wirtschaftskrise hat den Arbeitsmarkt erreicht. Selbst etablierte Firmen melden Insolvenz an, Betriebe streichen Stellen in großem Stil. Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel rechnet damit, dass die Arbeitslosenzahl 2009 um gut 300.000 auf fast 3,6 und 2010 auf fast 4,4 Millionen steigen wird. Viele haben Angst um ihren Job und überlegen, was sie tun können, wenn es sie trifft. Rechtzeitig über Alternativen nachdenken und nicht warten, bis die Kündigung da ist, raten Experten.

Jeder kann den Job verlieren: Arbeitslosigkeit kann jeden treffen. "Davor ist niemand sicher, egal ob mit 35 oder mit 50, auch gut ausgebildete Arbeitnehmer", sagt Beate Reisinger. "Aber die, die es trifft, haben ein Gefühl des Versagens", so die Managementberaterin und Trainerin aus München.

Krise als Chance: Eine Krise bietet aber auch Chancen. "Zum Beispiel die Möglichkeit, den eigenen Kompass zu justieren", sagt Brigitte Scheidt, Psychologin und Karriereberaterin aus Berlin. Wer ohnehin unzufrieden mit seiner Stelle ist, bekommt eventuell den entscheidenden Anstoß, etwas Neues auszuprobieren.

Schnelles Reagieren gefragt: Wenn die eigene Stelle bedroht ist, ist es wichtig, nicht abzuwarten, was passiert. "Man muss frühzeitig andere Perspektiven suchen", sagt die Karriereberaterin Svenja Hofert aus Hamburg. Denn wenn in größerem Umfang Stellen gestrichen werden, suchen plötzlich viele einen neuen Job. "Das macht die eigene Suche natürlich schwieriger."

Nicht nur eine neue Stelle suchen: Wer seinen Job verloren hat, schaut sich besser nicht nur in seinem alten Berufsfeld um. "Man sollte sich fragen "Kann ich etwas Anderes machen als das, was ich bisher gemacht habe?"", rät Svenja Hofert. Es kann beruflich etwas Verschiedenes sein, aber mit Bezug zu den eigenen Interessen: "Der Elektro-Ingenieur, der sich bereits in seiner Jugend für Naturschutz und Klettern interessiert hat, macht nur scheinbar eine 180-Grad-Wendung, wenn er beschließt, künftig als Ranger zu arbeiten", sagt Brigitte Scheidt.

Abstriche akzeptieren: Bei der Suche nach einer neuen Stelle erhöht Flexibilität die Chancen. Das gilt nicht nur für die Bereitschaft, etwas Neues anzugehen. "Eventuell muss ich zunächst auf Vollzeit verzichten", sagt Svenja Hofert, "oder auch akzeptieren, dass das Gehalt niedriger sein kann."

Existenzgründung statt neuer Stelle: Statt sich auf eine neue Stelle zu bewerben, kann auch Selbstständigkeit eine Alternative sein. "Das kommt aber nicht für alle infrage", sagt Hofert. Der Betreffende braucht eine Idee, die ein Geschäftsmodell trägt. Ob sie dafür taugt, lässt sich bei einer Existenzgründerberatung klären.

Sich nicht runterziehen lassen: Wenn der Job bedroht ist oder die Kündigung schon da, sollten Betroffene sich nicht in negative Gedanken hineinsteigern. "Es ist vernünftig, mit guten Freunden darüber zu sprechen", sagt Beate Reisinger. "Aber man darf nicht nur noch über seine beruflichen Sorgen reden."

Das Positive sehen: In jedem Verlust steckt das Potenzial, etwas Neues zu finden. "So hart es sich anhört, wenn jemand arbeitslos wird: Man wächst, wenn man eine Krise übersteht. Das gilt auch für Arbeitslosigkeit", sagt Beate Reisinger.

 

Quelle: n-tv.de, dpa