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Woher kommt es, wohin geht es? Die Deutschen und das Geld

Paare mit Kindern sparen am meisten, Paare ohne Kinder essen gern aushäusig und Alleinerziehende geben viel Geld fürs Handy aus. Diese und viele weitere Erkenntnisse hat jetzt das Statistische Bundesamt veröffentlicht.

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Fast 16 Prozent des Familieneinkommens fließen ins Essen.

(Foto: picture-alliance / dpa)

Alle fünf Jahre schaut das Statistische Bundesamt den Deutschen in den Geldbeutel. Wie sie wieviel Geld verdienen wie wofür sie es wieder ausgeben, fragen die Wiesbadener Statistiker bei ihrer Analyse der Daten von 60.000 Verbrauchern. Aufgeschlüsselt nach sozialen Gruppen ergibt dies wesentliche Unterschiede.

Paare mit Kinde(ern)

In diesem Haushaltstyp leben statistisch betrachtet im Schnitt 3,8 Menschen. Sie haben pro Kopf 1103 Euro netto im Monat zur Verfügung. Das selbst verdiente Bruttoeinkommen macht 75 Prozent ihrer Einkünfte aus. Das ist der mit Abstand höchste Anteil aller Gruppen. Nur zwölf Prozent - und damit deutlich weniger als der gesamte Schnitt von 23 Prozent - der Einkünfte der Familien stammt aus staatlichen Transfers wie etwa Kindergeld oder Hartz IV.

Mit durchschnittlich 630 Euro im Monat sparen die Familien am meisten, das entspricht einer Sparquote von 14,8 Prozent. Zugleich gaben sie nur 70,7 Prozent des Budgets und damit so wenig wie keine andere Gruppe für den Konsum aus - also für Ernährung, Wohnen, Bekleidung und Reisen. Teils liegt das daran, dass mit einem Anteil von 30,6 Prozent die Ausgaben fürs Wohnen bei Familien die niedrigsten sind. Dafür gaben sie 15,3 Prozent fürs Autofahren oder andere Verkehrsmittel aus, mehr als jede andere Gruppe. Mit 15,9 Prozent geht auch ein besonders hoher Anteil für die Ernährung drauf.

Paare ohne Kind

Sie haben pro Kopf im Schnitt 1694 Euro netto zur Verfügung. Nur 53 Prozent des Bruttoverdienstes sind selbst verdientes Geld. 30 Prozent sind öffentliche Transferleistungen - in diesem Fall häufig Renten. Mit zwölf Prozent liegt in keiner Gruppe der Anteil der Einkünfte aus Vermögen höher.

Die Paare sparen mit 9,5 Prozent am zweitmeisten. Auch sie geben mit 31,2 Prozent unterdurchschnittlich viel Geld fürs Wohnen aus. Mit 15 Prozent wenden sie ähnlich viel Geld für Verkehr auf wie Familien, sie geben aber weniger für die Ernährung aus. Dafür lässt keine andere Gruppe mehr Geld in Gaststätten, Restaurants und Hotels - immerhin 5,8 Prozent des monatlichen Budgets. Weitere 5,3 Prozent fließen in die Gesundheitspflege.

Alleinerziehende

In Alleinerziehenden-Haushalten wohnen im Schnitt 2,3 Menschen. Sie haben 845 Euro netto im Monat pro Kopf und damit mit Abstand am wenigsten. Zu 55 Prozent ist der Bruttoverdienst selbst verdient, zu 26 Prozent besteht er aus öffentlichen Transferzahlungen, wozu auch Arbeitslosengeld zählt. Gleichzeitig liegt mit sechs Prozent der Vermögensanteil an den Einnahmen am niedrigsten.

Die Alleinerziehenden müssen fast ihr gesamtes Geld ausgeben, mit nur 4,5 Prozent Sparquote oder im Schnitt 89 Euro im Monat wird in keiner Gruppe weniger auf die hohe Kante gelegt. Dies liegt daran, dass wegen der geringeren Einkünfte fast 88,1 Prozent des freien Geldes in Konsum fließt, so viel wie in keiner anderen Gruppe. Darin enthalten ist mit 16,1 Prozent der größte Ausgabenanteil aller Gruppen für Ernährung. Die Alleinerziehenden lassen mit 3,3 Prozent ihres Nettoeinkommens am wenigsten in der Gastronomie. Dafür gibt keine andere Gruppe mehr Geld fürs Handy aus.

Alleinlebende

Sie kommen mit 1726 Euro im Monat auf den höchsten Pro-Kopf-Nettoverdienst aller Gruppen. 56 Prozent des Bruttoverdienstes sind selbst verdient, 29 Prozent kommen aus öffentlichen Leistungen wie etwa Renten. Die Singles sparen 7,4 Prozent ihres Einkommens. Von ihrem Geld geben sie mit einem Anteil von 37,5 Prozent am meisten von allen Gruppen für das Wohnen aus, was daran liegt, das kleinere Wohnungen meist einen höheren Preis je Quadratmeter kosten. Die Singles sind außerdem starke Konsumenten - in der Gastronomie, in der Gesundheitspflege und auch im Bereich der Ausgaben für Handys oder Internet sind sie jeweils die Gruppe, die am zweitmeisten Geld ausgibt.

Quelle: n-tv.de, AFP

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