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Wahrheit oder Bluff? Diese 3 Tricks verschweigt Ihr Stromanbieter

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Nicht immer läuft die Sache mit dem Stromanbieter zur vollen Zufriedenheit der Kunden.

Glaubt man den Stromanbietern, sind die aktuellen Preiserhöhungen unumgänglich. Verbraucherschützer stellen dies infrage. Zudem greifen die Anbieter gerne in die Trickkiste, um die Sache ihren Kunden weniger schmerzlich zu verkaufen. Aber es gibt auch Möglichkeiten, überzogenen Preisen einfach zu entgehen.

Pünktlich in den ersten Monaten des Jahres erhöhen Anbieter die Preise. Laut Check24 haben seit Jahresbeginn bereits 141 Anbieter Preiserhöhungen durchgesetzt und greifen damit erneut tiefer in die Taschen ihrer Kunden.

Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen kritisierte bereits im Vorjahr: "Hier wird auf dem Rücken der Kunden Kasse gemacht". Es gebe "in zahlreichen Netzgebieten Spielräume für Preissenkungen", mahnte Sieverding. Und der Bluff funktioniert: Laut aktuellem Monitoringbericht der Bundesnetzagentur nutzen nicht einmal 10 Prozent der Verbraucher die Chance, gegen die Preiserhöhung etwas zu unternehmen - obwohl so einfach möglich.

Der große Stromanbieter-Bluff - 3 Tricks der Anbieter

Trick 1: Fadenscheinige Preiserhöhungen

Auch ohne nachvollziehbare Kostensteigerungen erhöhen viele Anbieter wie selbstverständlich im Jahresturnus den Strompreis. Das Argument: Es geht nicht anders, nicht selten auf Basis des gleichen Standardschreibens. Außer Jahreszahl und einem teureren Preis ändert sich nichts. 90 Prozent der Verbraucher nehmen die Mitteilung laut der Bundesnetzagentur stillschweigend hin und laden den eigenen Anbieter quasi ein, dieses Spiel im nächsten Jahr fortzusetzen.

Trick 2: Locken und später kassieren

Treue Kunden werden von Anbietern noch immer bestraft. Als langjähriger Kunde, der noch nie gewechselt hat, zahlt man im Regelfall den höchsten Preis. Doch auch Wechselwillige können in eine Falle gelockt werden: Tarife für Neukunden enthalten häufig hohe Bonuszahlungen, die zu einem sehr attraktivem Preis im ersten Jahr führen. Im zweiten Jahr wird es wesentlich teurer, da der Bonus nur im ersten Jahr gilt. Anbieter setzen darauf, dass wechselwillige Kunden ihren Tarif wieder aus den Augen verlieren und die Kündigungsfrist vor Ablauf des ersten Jahres verpassen.

Trick 3: Die vermeintlich freundliche Rückzahlung

Gefühlt gute Nachrichten: Zum Jahresende eine Rückzahlung. Der Trick: Einige Anbieter setzen Abschläge von vornherein höher an, sodass am Jahresende eine Gutschrift winkt. Der Effekt: Obwohl sich der Anbieter durch den hohen Abschlag eigentlich ein zinsfreies Darlehen genehmigt, verbleibt durch die Rückzahlung beim Verbraucher ein positives Gefühl.

3 Trümpfe für Verbraucher

Bei 1200 Stromanbietern und 400-500 Tarifen pro Stadt finden sich immer günstigere Alternativen. Für einen Haushalt mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 4000 kWh lassen sich durch einen Anbieterwechsel laut Verivox durchschnittlich 423 Euro sparen. Die meisten Verbraucher spielen ihre wichtigste Karte, den Anbieter frei wählen zu können, bisher jedoch nicht aus. Denn vielen ist gar nicht bewusst, welches Spiel mit ihnen gespielt wird. Ein Wechsel erscheint auf den ersten Blick kompliziert, obwohl dieser in der Praxis ganz einfach und in weniger als 15 Minuten erledigt ist. Dabei hat jeder folgende Trümpfe auf der Hand:

Trumpf 1: Sonderkündigungsrecht gezielt nutzen

Ihr Anbieter kündigt eine Preiserhöhung an? Prima - nun gilt bis zum Eintritt der Erhöhung ein Sonderkündigungsrecht. Eine gute Gelegenheit, nicht nur die Erhöhung erfolgreich abzuwehren, sondern auch direkt in einen günstigeren Tarif zu wechseln.

Trumpf 2: Raus aus der Grundversorgung

Sie befinden sich in der Grundversorgung des regionalen Anbieters? Macht nichts - Basistarife haben eine Kündigungsfrist von nur zwei Wochen, sodass Sie sich schnell aus diesen deutlich teureren Tarifen befreien können.

Trumpf 3: Bonus mitnehmen

Anbieter locken mit einem Bonus? Wunderbar - auch Stiftung Warentest empfiehlt, Tarife mit Neukundenbonus zu wählen und dann jährlich zu wechseln. Wie die Verbraucherschützer festgestellt haben, steigt häufig auch bei Tarifen ohne Bonus der Preis nach einem Jahr. Also: Das Bonus-Geschenk der Anbieter annehmen und im Folgejahr durch einen erneuten Wechsel wieder profitieren.

So können Sie sparen

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Stiftung Warentest verweist in einem neuen Test über Vergleichsportale auf die Spielregeln für Selbst-Wechsler: Check24 könne man als Startpunkt heranziehen, um sich einen Überblick zu verschaffen. "Empfehlenswert sind solche Portale aber nur für Kunden, die jährlich den Anbieter wechseln", so die Stiftung Warentest und rät: "Wollen Sie sich nicht regelmäßig selbst kümmern, beauftragen Sie einen Wechseldienst." Tarifaufpasser wie Esave, SwitchUp.de, Wechselpilot und Wechselstrom übernehmen für Verbraucher nicht nur einmalig den Wechsel in den günstigsten Tarif, sondern vollautomatisch Jahr für Jahr. Bei der Mehrheit der Tarifaufpasser wird Kunden ein Anteil der Ersparnis als Gebühr berechnet. Marktführer SwitchUp.de ist komplett kostenfrei und durch einen Wechselschutz mit zusätzlicher rechtlicher Absicherung für Verbraucher ausgestattet.

Ob selbst wechseln mit Vergleichsportal oder automatisch mit Tarifaufpasser - als Verbraucher hat man es selbst in der Hand, jetzt den eigenen Trumpf auszuspielen. Denn eins ist klar beim Bluff der Anbieter: Nur wer den Anbieter wechselt, kann gewinnen - und wer nicht handelt, zahlt drauf.

Quelle: ntv.de, awi

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