Immobilienfinanzierung in der KriseDiese Bausparkassen bieten derzeit die besten Tarife

Kriege und Krisen treiben die Inflation und stellen auch den Immobilienmarkt vor zusätzliche Herausforderungen. Käufer und Bauinteressenten können jedoch auch in schwierigen Zeiten Planungssicherheit schaffen.
Ob die Waffenruhe hält? Unklar. Fest steht jedoch: Der Krieg im Iran und dem Mittleren Osten hat das Zeug, eine neue, globale Wirtschaftskrise heraufzubeschwören. Das merken Verbraucher nicht nur an der Tankstelle. Auch Immobilienkunden erleben gerade wieder eine Zeit der Unsicherheit. Werden die Preise anziehen? Wie entwickeln sich die Zinsen? Und in welchem Zeitfenster sind die Veränderungen zu erwarten?
Eindeutige Antworten auf diese Fragen können derzeit selbst ausgewiesene Experten kaum geben. Eine belastende Situation - es sei denn, ein Bauherr oder Käufer hat bereits vor Jahren eine zukunftsorientierte Entscheidung getroffen und sich für Zins- und Belastungssicherheit entschieden. Wer dies getan hat und auf einen großen Bausparvertrag zurückgreifen kann, kann den momentanen Widrigkeiten trotzen und seine Finanzierung plangemäß durchführen.
Sicherheit in unsicheren Zeiten
Angesichts dieser Vorzüge des Bausparens überlegen sich auch heute wieder viele Menschen den Abschluss eines solchen Vertrages. Damit das Modell seinen Zweck ideal erfüllen kann, muss es allerdings einige wichtige Voraussetzungen erfüllen. Um Kunden Orientierung zu geben, hat die FMH-Finanzberatung daher im Auftrag von ntv die Allgemeinen Bausparbedingungen (ABB) von 56 aktuellen Bauspartarifen ausgewertet. Zudem entwickelten die Frankfurter Experten ein Punktesystem, um die unterschiedlichen Produkte vergleichbar zu machen.
Die Grundannahme, die FMH-Chef Max Herbst bereits in einem Gastbeitrag bei ntv mathematisch untermauert hatte, war dabei, dass sich ein guter Bauspartarif als idealer Tilgungsersatz für ein Baudarlehen einsetzen lässt. Nun galt es nur noch zu ermitteln: Welches Produkt ist für diesen Zweck gerade am besten geeignet?
Vielfältige Kriterien spielen eine Rolle
Kosten und Gebühren: Bausparverträge zählen zu den Produkten, an denen eine Vielzahl von Bankern und Vermittler mitverdienen. Zu Beginn eines Vertrages müssen die Kunden zunächst eine Abschlussgebühr (ein bzw. 1,6 Prozent) bezahlen, LBS-Bausparkassen verlangen noch eine jährliche Kontoführungsgebühr von rund 15 Euro. Diese unterschiedlichen Kosten waren Teil der Bewertung durch die FMH.
Zinsen und Zuteilung: Die Verzinsung des angesparten Guthabens ist sehr spartanisch. Bei den Tarifen im Vergleich finden sich Werte zwischen 0,01 und 1,20 Prozent. Die Darlehenszinsen (effektiv) liegen zwischen 1,46 und 3,73 Prozent. Zu beachten ist zudem, dass Kunden 30 bis 50 Prozent Bausparguthaben ansparen müssen, um nach den Regeln der ABB überhaupt eine Bausparzuteilung zu erhalten. Diese Ansparzeit kennt kein Limit nach hinten, nur eine Mindestwartezeit von oft 18 Monaten. Gerecht geregelt wird dies mit der sogenannten Bewertungszahl, die je nach Bausparkasse sehr unterschiedlich ausfällt. Erst nach dieser Zeit haben sie Zugriff auf Bauspardarlehen. Über diesen Zeitaufwand müssen sich Kunden im Klaren sein.
Tilgung und Tempo: Ein wichtiger Punkt bei jedem Bausparvertrag ist die Frage, wie schnell die Tilgung des Darlehens erfolgen muss – und somit wie hoch die monatlichen Raten sind. Bei ihrer Auswertung bewertete die FMH es positiv, wenn ein Kunde die Möglichkeit hat, in niedrigen verpflichtenden Raten zu tilgen. Die Rückzahlung dauert dann zwar etwas länger, aber Darlehen mit niedrigen Zinsen langsam zu tilgen, ist wirtschaftlich in jedem Fall sinnvoller als umgekehrt.
Besonders wichtig waren der FMH die Höhe der Tilgungsrate und die Effektivzinsen. Auf diese beiden Faktoren entfielen insgesamt zwei Drittel der möglichen Punktzahl. Die übrigen Bedingungen machten die restlichen 33 Prozent der Auswertung aus. Ziel der Erhebung war es, den besten Tarif jeder Bausparkasse zu ermitteln, damit Kunden ihren Bausparvertreter konkret darauf ansprechen können.
Die besten Bewertungen erhielten die Wüstenrot Bausparlasse, die BHW Bausparkasse, die Bausparkasse Mainz und die Signal Iduna Bausparkasse. Vier weitere private Bausparkassen schnitten nur unwesentlich schlechter ab: Bei den LBS Bausparkassen liegen die LBS Nordwest und LBS Süd vor der LBS Nordost, LBS Saar und LBS Hessen Thüringen.
Wer den besten Bauspartarif für die eigenen Bedürfnisse finden will, kann dazu den FMH-Bausparvergleich benutzen.