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Sturmschäden schnell melden Diese Versicherungen zahlen für "Axel"

Sturmschaden am Dach

Sturmschaden am Dach - Versicherung einschalten.

(Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Das Sturmtief "Axel" hat an der Ostseeküste vielerorts deutliche Spuren hinterlassen. Für einen Teil der Schäden kommen Versicherungen auf. Allerdings greifen die Policen nicht in allen Fällen.

Vollgelaufene Keller, überspülte Straßen, Autos unter Wasser: Die stärkste Sturmflut an Deutschlands Ostseeküsten seit dem Jahr 2006 hat zu zahlreichen Schäden geführt.

Ob Betroffene Geld von ihrer Versicherung bekommen, hängt Experten zufolge nun davon ab, wodurch der Schaden konkret entstanden ist. Grundsätzlich bietet die Gebäude- oder Hausratversicherung Schutz gegen Sturm, Hagel, Feuer und Brand. Damit die Versicherung auch für Schäden durch Naturgefahren wie eine Überschwemmung aufkommt, muss die Police auch Elementarschäden absichern. Aber: "Es gibt nur wenige Versicherer in Deutschland, die ausdrücklich Versicherungen für Sturmflutschäden anbieten", erklärt eine GDV-Sprecherin (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) in Berlin.

Flutschäden wie jetzt an der Ostseeküsten würden von einer Elementarschadenversicherung meist nicht abgedeckt. Denn die Ostsee werde vom Wind aufgepeitscht und an Land gedrückt. Anders sei dies bei Flussüberschwemmungen, die in der Regel eine Folge von Starkregen seien - in solchen Fällen zahle eine Elementarschadensversicherung. Auch Schäden durch Schneedruck, Lawinen oder einen Vulkanausbruch fallen unter die Elementarschadenversicherung. Wird ein Auto bei einer Sturmflut überflutet, zahlt meist die Teilkasko-Versicherung.

Schaden dokumentieren

Betroffene sollten sich am besten so schnell wie möglich an ihre Versicherung wenden, rät die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Eine genaue Frist dafür gibt es laut dem Bund der Versicherten (BdV) nicht. Die Meldung kann per Telefon oder online erfolgen. Hilfreich ist es, Fotos oder Videos von den Schäden zu machen. Die Versicherung besitzt das Recht, den Schaden zu begutachten. Daher sollten Versicherte mit ihr klären, ob und welche Sicherungsmaßnahmen sie vornehmen dürfen. Den Schaden ohne Rücksprache einfach zu beseitigen, ist nicht ratsam.

Daneben ist eine genaue Aufstellung der beschädigten Gegenstände sinnvoll. In der Regel wird die Versicherung einen Gutachter schicken, der sich den Schaden ansieht. Wichtig zu beachten: Beschädigte Gegenstände nie ohne ausdrückliche Zustimmung des Versicherers entsorgen. Welche Versicherungen welchen Schaden begleichen, zählt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen auf:

Dachziegel und Fensterscheiben

Alle Schäden, die direkt am Gebäude entstanden sind, übernimmt die Wohngebäudeversicherung, erläutert der GDV. Wird der Keller überschwemmt, zahlt sie aber nur, wenn extra eine Elementarschadenversicherung abgeschlossen wurde. Sie gleicht Schäden durch Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben, Erdrutsch oder Lawinen aus.

Wichtig zu beachten: Ein Sturm liegt für die Versicherungen in der Regel ab Windstärke acht vor, erläutert die Verbraucherzentrale NRW. Das entspricht einer Windgeschwindigkeit ab 62 Stundenkilometern. Nach den Versicherungsbedingungen reicht es für den Nachweis aus, dass es vorher eine offizielle Sturmwarnung gab und auch Häuser in der Nachbarschaft beschädigt wurden.

Elektrogeräte und Möbel

Für Schäden am Wohnungsinventar ist die Hausratversicherung zuständig. Sie zahlt etwa für Elektrogeräte, die nach einem Blitzschlag beschädigt wurden, oder Möbel, die der Regen infolge einer zerbrochenen Scheibe durchnässt hat.

Auto

Schäden am Auto zahlt die Teilkaskoversicherung. Die Kosten für verbeultes Blech oder kaputte Scheiben werden in der Regel in voller Höhe erstattet. Der GDV rät, die Schäden mit einer Kamera zu dokumentieren und innerhalb einer Woche der Versicherung zu melden.

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Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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