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Klatsche fürs Finanzamt Doppelter Haushalt trotz Wohnung mit Eltern

Wer für doppelte Haushaltsführung Werbungskosten geltend macht, streitet mitunter mit dem Finanzamt, ob überhaupt zwei Haushalte vorliegen. Das ist oft der Fall, wenn Kinder ihren Hauptwohnsitz bei den Eltern haben. Ein Urteil schafft nun Klarheit.

Steuerzahler können auch dann eine doppelte Haushaltsführung geltend machen, wenn sie ihren Hauptwohnsitz bei den Eltern haben. Foto: Jens Schierenbeck

Steuerzahler können auch dann eine doppelte Haushaltsführung geltend machen, wenn sie ihren Hauptwohnsitz bei den Eltern haben.

(Foto: dpa)

Insbesondere wenn Kinder bei den Eltern wohnen, geht das Finanzamt davon aus, dass dort keine zwei Haushalte unterhalten werde n. Eine Wohnung am Ausbildungs- oder Studienort gilt daher oft nicht als zweiter Haushalt.

Dieser Auffassung widersprach aber nun der Bundesfinanzhof (BFH) (Az.: VI R 46/12). "Nach den Ausführungen des BFH kann durchaus ein eigener zweiter Haushalt vorliegen, auch wenn die Kinder einen Haushalt mit den Eltern gemeinsam führen", erläutert Anita Käding vom Bund der Steuerzahler. So ist bei erwachsenen berufstätigen Kindern, die zusammen mit ihren Eltern oder einem Elternteil in einem gemeinsamen Haushalt wohnen, meist davon auszugehen, dass sie die Haushaltsführung mitbestimmen. Eine Beteiligung des Kindes an den laufenden Haushalts- und Lebenshaltungskosten ist nach Ansicht des BFH nicht erforderlich.

Bisher lag ein eigener Haushalt nicht vor, wenn der Arbeitnehmern in den Haushalt der Eltern eingegliedert ist oder in der Wohnung der Eltern lediglich ein Zimmer bewohnte. Dies wurde als "unechte doppelte Haushaltsführung" bezeichnet, die nicht als Werbungskosten angesetzt werden konnte. Lediglich bei der Berechnung der Einkünfte für den Kindergeldanspruch konnten die Familienheimfahrten als besondere Ausbildungskosten berücksichtigt werden.

"Die steuerzahlerfreundliche Rechtsprechung wird aber nur bis zum 1. Januar 2014 Bestand haben", erklärt Käding. Ab dem Veranlagungszeitraum 2014 setzt eine doppelte Haushaltsführung voraus, dass eine Wohnung aus eigenem Recht bewohnt wird und eine Kostenbeteiligung gegeben ist. "Es ist daher sinnvoll, das Kind mit in den Mietvertrag aufzunehmen oder einen Mietvertrag mit dem Kind abzuschließen und eine entsprechende Kostenbeteiligung zu vereinbaren", rät Käding. "Ansonsten wird die doppelte Haushaltsführung ab 2014 gestrichen, und sämtliche Kosten in diesem Zusammenhang sind nicht mehr absetzbar."

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Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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