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Baugeldzinsen halbieren Eigenkapital macht sich bezahlt

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Bei einer Finanzierung oberhalb von 80 oder 90 Prozent des Kaufpreises müssen oft doppelt so viel Zinsen gezahlt werden.

(Foto: imago stock&people)

Die wenigsten Käufer zahlen eine Immobilie aus der Portokasse. Stattdessen wird ein Großteil der aufzubringenden Summe über einen Kredit finanziert. Dennoch lohnt sich es sich, auch Eigenkapital einfließen zu lassen. Stiftung Warentest rechnet es vor.

Wer seine Immobilie mit wenig Eigenkapital finanziert, zahlt unter Umständen drauf. Der Grund: Banken staffeln ihre Zinssätze nach dem Beleihungsauslauf, erklärt die Zeitschrift "Finanztest" (Heft 7/2019) der Stiftung Warentest. Topzinsen gibt es meist nur für Kredite bis zu 50 oder 60 Prozent des Kaufpreises. Wer damit nicht auskommt, zahlt einen Aufschlag.

Wer weniger Eigen­kapital einsetzt als möglich, zahlt dafür allerdings einen hohen Preis. Der Zins­satz für das gesamte Darlehen verschleiert die Tatsache, dass Immobilienkäufer gerade für den­ Finanzierungsanteil ober­halb von 80 oder 90 Prozent des Kauf­preises oft mehr als doppelt so viel zahlen müssen. Denn Banken staffeln ihre Zins­sätze nach dem " Beleihungsauslauf­".

Kreditkosten ­steigen um mehr als 50 Prozent

Die Stufen, ab denen ein Darlehen teurer wird, fallen bei den Banken sehr unterschiedlich aus. Das Gleiche gilt für die Höhe der Zins­aufschläge. Es lohnt sich aber fast immer, bis auf eine Sicher­heits­reserve so viel Eigen­kapital wie möglich zu mobilisieren, wie Finanztest berichtet. Das gilt besonders, wenn der Kredit damit unter die kritische Marke von 80 oder 90 Prozent des Kaufpreises ­gedrückt wird. Mitunter reichen dafür schon wenige Tausend Euro, die Kreditnehmer selbst aufbringen oder sich günstig von Freunden oder Verwandten leihen.

Ein Beispiel: Ein Paar kauft eine Immobilie zum Preis von 300.000 Euro. Die Laufzeit für den Kredit soll 15 Jahre betragen, die Tilgung 3 Prozent. Wird die Immobilie zu 90 Prozent finanziert (Kreditsumme 270.000 Euro, 90 Prozent), werden dafür 1,75 Prozent Zinsen fällig.

Bei einer 100-Prozent-Finanzierung (Kreditsumme 300.000 Euro) springt der Zinssatz auf 2,41 Prozent. Für die zusätzlichen 30.000 Euro Kreditbedarf erhöht sich die Zinsbelastung über die Laufzeit um rund 27.500 Euro. Dadurch steigen die Kreditkosten ­im Vergleich zur 90-Prozent-Finanzierung um mehr als 50 Prozent. Für die letzten 30.000 Euro zahlt das Paar daher keineswegs nur 2,41 Prozent Zinsen im Jahr. Tatsäch­lich sind es 8,81 Prozent.

Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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