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Die Geldanlage sicher aufpeppen Eine Portion Aktien gegen die Inflation?

Schlechte Zeiten für sicherheitsorientierte Sparer: Die Verzinsung für Sparbrief, Fest- und Tagesgeld liegen oftmals unter der Inflation. Mit der Konsequenz, dass das Ersparte weniger wird, statt zuzulegen. Doch es scheint einen Ausweg aus der Misere zu geben.

Für Sparer ist der lebenslange Garantiezins ein wichtiger Grund für den Abschluss einer Lebensversicherung, für die Versicherungen wegen der aktuellen Mini-Zinsen an den Kapitalmärkten eine Last. Foto: Mascha Brichta

Mit der richtigen Mischung aus Aktien und Anleihen können Anleger eine ansehnliche Rendite erwirtschaften.

(Foto: dpa)

Die Zahlen schrecken auf und desillusionieren gleichermaßen: Nach Berechnungen der Postbank kosten die extrem niedrigen Zinsen Sparer hierzulande Milliarden. Denn mit der  Verzinsung für Geldanlagen wie Tagesgeld, Festgeld o der Sparbriefen ist kaum die Teuerungsrate von derzeit 1,9 Prozent auszugleichen. Spätestens dann, wenn auch noch die Kapitalertragssteuer die mageren Erträge schmälert, ist de facto der Realzins für solche Anlagen negativ.

Und so kommt es, dass nicht nur Sparer, die ihr Geld zu riskant anlegen, Geld verlieren, sondern auch jene, die auf vermeintliche Sicherheit setzen. Um dieser Zinsfalle zu entgehen, sollten Sparer laut Finanztest mehr Risiko wagen. Demnach reicht es beispielweise schon aus, statt bisher 10.000 Euro nur 9000 Euro auf dem Tagesgeld zu parken und für die verbleibenden 1000 Euro Aktienfonds – besser noch ETFs zu kaufen. Nach Berechnungen von Finanztest wären mit dieser Mischung in der Vergangenheit um die sechs Prozent Rendite drin gewesen.

Doch der Respekt vor Aktien ist groß - die Börsencrashs der Vergangenheit sind noch lange nicht vergessen. Dabei sind die damaligen Verluste oft einer zu spezialisierten Aktienanlage geschuldet und die Maxime, auch innerhalb einer Anlageform zu streuen, nicht beachtet worden. Dabei bieten Aktien die besseren Renditechancen als die vermeintlich sicheren Zinsanlagen. Noch dazu zählen sie zu den Sachwerten und können so einer Inflation besser widerstehen.

Ein kleiner Anteil Aktien macht aus einer sicheren Geldanlage noch keine riskante, sondern hat das Potenzial – einen langfristigen Anlagehorizont vorausgesetzt –, eine negative Realverzinsung mehr als wett zu machen.

Sparer müssen zu Anlegern werden
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Quelle: Finanztest

Die Experten empfehlen als Beimischung für sicherheitsorientierte Sparer eine Investition in den MSCI World Index. Dieser umfasst rund 1600 internationale Werte und sorgt so für eine breite Streuung von Regionen und Branchen. Aus Kostengründen ist ein ETF einem Fonds vorzuziehen. Finanztest favorisiert den db x-trackers MSCI World ETF oder den iShares MSCI World.

Um ihre Empfehlung zu untermauern, haben die Tester basierend auf den Daten der letzten 43 Jahre je 10.000 Fünf-, Zehn- und Fünfzehnjahreszeiträume simuliert und berechnet, wie sich die jeweilige Mischung aus Festverzinslichen Anlagen und Aktien verhalten hätte.  Dabei standen der Anleihenindex "Rex 1 Jahr" und der Aktienindex MSCI Welt Pate.

Die Ergebnisse wissen auf den ersten Blick durchaus zu überraschen – konnte doch mit einer nur fünfprozentigen Aktienbeimischung eine durchschnittliche Rendite von 5,8 Prozent erzielt werden. Und das bei allen Fünf-, Zehn- und Fünfzehnjahreszeiträumen. Bei einer Aktienquote von zehn Prozent sind es durch die Bank 5,9 Prozent Rendite. Die Verlustrisiken waren dabei äußerst gering.

Allerdings darf nicht unerwähnt bleiben, dass der zu Grunde gelegte Anleihenindex  in den letzten 40 Jahren eine jährliche Wertentwicklung von 5,5 Prozent erzielt hat, was die Entwicklung der mit geringen Aktienanteilen beigemischten Anlage deutlich relativiert. Und auch die Inflation war in den letzten 43 Jahren deutlich höher als heute.

Dementsprechend können dann auch erst Anlagen mit einem deutlichen höheren Aktienanteil punkten – allerdings auch bei zunehmenden Verlustrisiken. Bei einer Aktienquote von 35 Prozent wären so im Durchschnitt für alle drei Zeiträume 6,7 Prozent möglich gewesen.

Insofern kann die moderate Beimischung von Aktien durchaus dazu verhelfen, die derzeitige negative Realverzinsung von festverzinslichen Geldanlagen zu vermeiden. Allerdings scheint sich das Credo des Börsenexperten Stefan Riße für alle Geldanlagen zu bewahrheiten. Demnach gibt es keinen risikolosen Zins mehr. Es gibt nur noch ein zinsloses Risiko.   

Quelle: n-tv.de

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