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"Sie haben gewonnen" EuGH verbietet Mogel-Werbung

Der Europäische Gerichtshof schiebt aggressiven Werbepraktiken einen Riegel vor: Unternehmen dürfen Verbrauchern nicht vorgaukeln, sie hätten einen Preis gewonnen, um sie zur Teilnahme an Gewinnspielen oder ähnlichem zu verleiten.

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Einzelfälle müssen von den nationalen Gerichten entscheiden werden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Stoppschild für die Werbewirtschaft: Werbung für Preisausschreiben, die dem Adressaten vermittelt, er habe bereits gewonnen, ist nicht erlaubt. Das gilt zumindest für Preise, die Kosten mit sich bringen - etwa wenn der Empfänger dafür telefonieren, SMS verschicken oder sonstige Gebühren zahlen muss. Das hat der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) entschieden.

Im konkreten Fall hatten mehrere Firmen in Großbritannien Post, Rubbelkarten und andere Werbebeilagen verteilt. Die Empfänger hätten bereits gewonnen, hieß es darauf. Von den entstehenden Kosten, etwa durch die Kontaktaufnahme, erfuhren die Adressaten zwar. Dass ein Teil davon direkt an die Werbefirmen ging, teilten diese aber nicht mit.

Zum Teil waren die "Preise" für die Verbraucher mit erheblichen Kosten verbunden, zum Beispiel 399 britische Pfund (umgerechnet ca. 490 Euro) für eine Kreuzfahrt. Mit ihren Lockangeboten wollten die Firmen an die Daten der Menschen kommen, entweder um ihnen gezielt Werbung zuzusenden oder um die Informationen weiterzuverkaufen.

Solch aggressive Werbepraktiken sind verboten, urteilten die Richter - auch dann, wenn die dem Verbraucher auferlegten Kosten im Verhältnis zum Wert des Preises geringfügig sind, etwa wenn nur eine Briefmarke für eine Postkarte gebraucht wird. Selbst wenn eine der Kontaktmöglichkeiten gratis ist, dürfen Unternehmen nicht mit vermeintlichen Gewinnen locken. Im Einzelfall müssen dann aber die nationalen Gerichte entscheiden.

Quelle: ntv.de, dpa