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Mehr Zinsen Frauen werden bei Krediten benachteiligt

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Doch nicht nur bei der Zinslast haben Frauen aufgrund ihres niedrigeren Verdienstes Nachteile.

(Foto: picture alliance / dpa Themendienst)

Dass Frauen im Schnitt weniger Gehalt bekommen, ist bekannt. Doch durch ihre oft geringeren Bezüge sind Frauen bei der Kreditvergabe im Nachteil, denn für Banken zählen Sicherheit und Höhe des Einkommens zu den wichtigsten Kriterien bei der Prüfung der Bonität.

Dass Frauen im Schnitt weniger verdienen, ist bekannt. In Deutschland bekommen sie noch immer deutlich weniger Gehalt als Männer. Das wird ihnen auch an anderer Stelle zum Verhängnis: So hat das Vergleichsportal Verivox herausgefunden, dass Frauen bei der Aufnahme eines Kredits mehr Zinsen bezahlen müssen als Männer.

Für die Studie hat Verivox 300.000 Ratenkreditanfragen ausgewertet. Das Ergebnis: Bei Männern lag der durchschnittliche Zinssatz für einen über das Vergleichsportal abgeschlossenen Kreditvertrag bei 3,6 Prozent. Frauen müssen tiefer in die Tasche greifen. Sie zahlten im Mittel 3,85 Prozent Zinsen - das sind rund sieben Prozent mehr.

Im Schnitt 23 Prozent weniger Gehalt

Doch nicht nur bei der Zinslast haben Frauen aufgrund ihres niedrigeren Verdienstes Nachteile. Verivox hat zudem festgestellt, dass Frauen sehr viel seltener eine Finanzierungszusage erhalten. Während Männer in 71 Prozent der angefragten Fälle mindestens ein Bankangebot erhielten, lag die Quote bei weiblichen Kreditnehmern bei lediglich 64 Prozent.

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"Durch ihr oft geringeres Gehalt sind Frauen bei der Kreditaufnahme im Nachteil, denn für Banken zählen Sicherheit und Höhe des Einkommens zu den wichtigsten Kriterien bei der Prüfung der Kreditwürdigkeit", sagt Oliver Maier, Geschäftsführer von Verivox. Und der Einkommensunterschied ist enorm: Verivox-Kundinnen verdienten im Schnitt 23 Prozent weniger, das entspricht einer monatlichen Lücke von mehr als 600 Euro.

Wer bei der Finanzierung sparen möchte, der kann das Darlehen auch zusammen mit einer weiteren Person mit eigenem Gehalt aufnehmen. Dabei müsse die zweite Person nicht zwangsläufig der eigene Ehe- oder Lebenspartner sein. Auch Familienangehörige oder enge Freunde könnten infrage kommen, heißt es von dem Vergleichsportal. Allerdings ist dies mit erheblichen Risiken verbunden. Nicht umsonst heißt es, bürge nie für Andere, auch nicht Deinen Ehepartner.

Quelle: ntv.de, awi/dpa

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