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Steuererklärung zurückziehen? Freiwillige Abgabe ist ohne Risiko

Steuern: Anleger können Verluste aus verfallenen Optionen beim Fiskus steuermindernd geltend machen. Foto: Jan Woitas

Für die freiwillige Abgabe der Steuererklärung bleiben nach dem Ende des jeweiligen sogenannten Veranlagungszeitraums vier Jahre Zeit.

(Foto: dpa)

Nicht alle Arbeitnehmer sind zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet - die freiwillige Mühe lohnt aber oft. Wer Sorge vor einer Nachzahlung hat, sollte hier weiterlesen.

Personen, die über kein Einkommen verfügen oder deren Einkommen nur aus einem Beschäftigungsverhältnis resultiert und keine weiteren Einkünfte bestehen, sind nicht dazu verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt abzugeben. Allerdings lohnt sich die Mühe in den meisten Fällen.

Denn fast neun von zehn Arbeitnehmern können mit einer Erstattung von durchschnittlich 1000 Euro rechnen, wie die Stiftung Warentest in der Zeitschrift "Finanztest Spezial Steuern 2020" berichtet.

Die Sorge vor einer möglichen Steuernachzahlung ist im Falle einer freiwilligen Abgabe zudem unbegründet. Denn errechnet das Finanzamt eine Steuernachforderung, können Steuerzahler ihre Erklärung via Einspruch unbegründet wieder zurückziehen.

Für die Abgabe der freiwilligen Steuererklärung bleiben nach dem Ende des jeweiligen Veranlagungszeitraums vier Jahre Zeit. Für das Jahr 2019 kann die Steuererklärung somit noch bis zum 31. Dezember 2023 eingereicht werden. Da dies ein Sonntag ist und der 1. Januar ein Feiertag, bleibt in diesem Fall sogar bis zum 2. Januar 2024 Zeit.

Wer ist zur Abgabe verpflichtet?

  • Alle Arbeitnehmer, die mindestens zwei verschiedenen Tätigkeiten ausüben und Steuerklasse 6 haben.
  • Ehepaare, die über die Steuerklasse 3 beziehungsweise 5 ihr Geld verdienen.
  • Alle, die mehr als 410 Euro im Jahr zusätzlich zu ihrem Haupteinkommen haben. Dies können zum Beispiel Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder Renten sein.
  • Wer vom Finanzamt einen Freibetrag bewilligt bekommen hat.
  • Wer im Vorjahr in Kurzarbeit beschäftigt war.
  • Wer Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosen-, Eltern-, Kranken- oder Mutterschaftsgeld erhalten hat.
  • Eheleute, die sich 2019 scheiden ließen, zuvor aber gemeinsam veranlagt waren, sind zur Abgabe verpflichtet. Gleiches gilt bei geschiedenen oder getrennt lebenden Eheleuten, bei denen ein Teil unterhaltspflichtig ist.
  • Rentner, wenn das Einkommen den Grundfreibetrag von 9168 Euro (Ledige) beziehungsweise 18.000 Euro (Verheiratete) übersteigt.

Steuerzahler, die verpflichtet sind, beim Finanzamt eine Erklärung über ihre erzielten Einkünfte aus dem vergangenen Jahr einzureichen, haben dafür bis zum 31. Juli des Folgejahres Zeit.

Quelle: ntv.de, awi

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