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Miete, Arbeit, Parken Gehört der Samstag zu den Werktagen?

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Viele Menschen arbeiten von Montag bis Freitag. Sie gehen davon aus, dass diese Tage Werktage sind. Wer sein Auto aber samstags auf einen Parkplatz stellt, auf dem das Parken werktags untersagt ist, darf etwas dazulernen. Und nicht nur hier.

Ein Werktag ist ein Tag, an dem das Arbeiten ohne besondere Einschränkungen gesetzlich zulässig ist. Im Unterschied dazu ist ein Arbeitstag ein Tag, an dem tatsächlich gearbeitet wird, weiß Wikipedia. Demzufolge sind die Tage von Montag bis Samstag Werktage. Auch wenn in vielen Berufen nur bis einschließlich Freitag gearbeitet wird. Im Handel, dem Verkehrswesen oder dem Gastgewerbe sind durchaus Samstage oder auch Sonntage Arbeitstage. Wobei es nur ersterer zu einem Werktag gebracht hat. Nach dem Bundesurlaubsgesetz (BAG) gelten als Werktage "alle Kalendertage, die nicht Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind."

Letztere Information ist vor allem für Schichtarbeiter wichtig, denn fällt ein Feiertag auf den Samstag, reduziert sich die Arbeitszeit in diesem Monat entsprechend, wie ein Urteil des Bundesarbeitsgerichtes zeigt (Az.: 6 AZR 143/16). Grundsätzlich stehen Arbeitnehmern, die sechs Tage in der Woche arbeiten laut BAG mindestens 24 Werktage Urlaub im Jahr zu. Der Sonnabend wird hier aber mitgezählt. Wer normalerweise von Montag bis Freitag malocht, hat deshalb eigentlich auch nur 20 wirkliche Urlaubstage.   

Dass es sich bei einem Samstag um einen Werktag handelt, ist somit klargestellt. Meistens zumindest. So auch, um die Abfahrtszeiten von Bussen und Bahnen auf den Fahrplänen richtig zuzuordnen.

Bei der Miete ist alles anders

Anders verhält es sich allerdings bei Mietzahlungen. So müssen Mieter in aller Regel spätestens bis zum dritten Werktag den Zahlungsauftrag an die Bank erteilt haben (BGH: (Az.: VIII ZR 222/15). Hierbei wird der Samstag allerdings nicht mitgezählt. Dies soll eine Schonfrist für den Mieter einräumen. Und trägt dem Umstand Rechnung, dass Mietzahlungen in der Regel über Bankinstitute abgewickelt werden und dies erfahrungsgemäß eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Und auch der Tatsache, dass Vermieter bereits dann fristlos kündigen können, wenn der Mieter für zwei aufeinander folgende Termine mit der Entrichtung der Miete oder eines nicht unerheblichen Teils der Miete in Verzug ist. Zu beachten ist aber, dass Sonnabende bei der Berechnung der Kündigungsfrist in Mietangelegenheiten wiederum als Werktage zählen. 

Und auch bei Kündigungen von Arbeitsverhältnissen muss beachten werden, dass der Samstag hier bei entsprechenden Fristen dazugerechnet wird. Lediglich an Sonntagen müssen Arbeitnehmer nicht in ihren Briefkasten sehen, denn da wird auch keine Post zugestellt.

Wer hingegen sein Auto auf einem Parkplatz abstellt, auf dem das Parken an einem Werktag verboten oder aber nur eingeschränkt möglich ist, sollte wissen, dass dann ein Knöllchen droht. Denn in diesem Fall gilt der Samstag wieder als Werktag. Gleiches gilt übrigens für temporär für Werktage geltende Geschwindigkeitsbegrenzungen. Wer also an einem Samstag an solchen Stellen zu sehr das Gaspedal durchdrückt, muss ebenfalls mit Strafe rechnen, wie beispielsweise das Oberlandesgericht Hamm befand (Az.: 2 Ss OWi 127/01).    

Quelle: n-tv.de

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