Ratgeber

Kann teuer werden Gilt Navi-Fernbedienung als Handyverstoß?

Autofahrer mit Handy am Steuer

Wer gegen das Handyverbot verstößt und dabei erwischt wird, muss mit mindestens einem Punkt in Flensburg und mit Bußgeldern ab 100 Euro rechnen.

(Foto: dpa-tmn)

Mit dem Handy ohne Freisprechanlage zu telefonieren, ist Autofahrern verboten. Schon allein solche Geräte in die Hand zu nehmen, ist nicht erlaubt. Fällt eine Navi-Fernbedienung auch darunter?

Autofahrer dürfen elektronische Geräte, die der Kommunikation, Information oder Organisation dienen, während der Fahrt nicht in die Hand nehmen. So ist etwa das Telefonieren mit einem Handy ohne Freisprechanlage tabu. Das Verbot gilt aber auch schon für Fernbedienungen solcher Geräte allein, wenn Fahrer diese in die Hand nehmen. Das zeigt ein Urteil des Oberlandesgerichts Köln, über das die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) berichtet (Az.: III-1 RBs 27/20).

Das Auto eines Mannes verfügte über ein Navi, das sich mit einer manuellen Fernsteuerung bedienen ließ. Dafür war eine spezielle Halterung am Armaturenbrett des Fahrzeugs vorhanden, in der das Gerät auch bedient werden konnte. Unterwegs aber nahm der Mann die Fernbedienung in die Hand und machte Eingaben. Der Vorgang wurde bemerkt und es folgte ein Bußgeld von 100 Euro, wogegen sich der Fahrer wehren wollte.

Beide Hände für Bewältigung der Fahraufgabe freihaben

Das hatte aber keinen Erfolg. Die Richter werteten auch die Fernbedienung als ein "der Information oder Organisation dienendes elektronisches Gerät" im Gesetzessinn. Denn sie diene auch der Organisation der Ausgabe auf dem Navidisplay. Und das wird auch explizit im Verbot neben dem Mobiltelefon genannt. Wer solche Geräte aber in der Halterung nutzen will, darf das, erläutern die Verkehrsrechtsanwälte des DAV.

Wer gegen das Handyverbot verstößt und dabei erwischt wird, muss mit mindestens einem Punkt in Flensburg und mit Bußgeldern ab 100 Euro rechnen. Bei Gefährdung oder Sachbeschädigung drohen außerdem 2 Punkte inklusive einem Fahrverbot von einem Monat. Aber auch, wer während der Fahrt das Smartphone oder Handy zum Laden anschließt und das Gerät hierfür in die Hand nimmt, begeht eine Ordnungswidrigkeit im Sinne der Straßenverkehrsordnung (StVO).

Durch die entsprechende Regelung in der StVO soll gewährleistet werden, dass der Fahrzeugführer beide Hände für die Bewältigung der Fahraufgabe freihat.

Quelle: ntv.de, awi/dpa