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Teure Lebensmittel 15 Tipps, um beim Einkauf zu sparen

Eine Kundin kauft Obst und Gemüse in einem Supermarkt ein.jpg

Mit etwas Disziplin lässt sich die finanzielle Mehrbelastung in Grenzen halten ...

(Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild/Illustration)

Das Leben ist teuer geworden, was sich auch an der Supermarktkasse beim Lebensmitteleinkauf zeigt. Doch mitunter kann dem enormen Preisanstieg auch aus eigener Kraft begegnet werden - mit einem angepassten Einkaufsverhalten. So geht's.

Unerfreulicherweise ziehen auch die Preise für Lebensmittel hierzulande spürbar an und könnten auch noch weiter steigen. An den dafür verantwortlichen externen Einflüssen ist leider nichts zu ändern. Vor allem Personen mit einem knappen Haushaltsbudget stellt das vor große Herausforderungen - oftmals sind solche Menschen ohnehin zur Sparsamkeit gezwungen.

Aber auch für viele andere wird die Luft dünner. Sich nach Lust und Laune den Einkaufswagen vollzupacken, tut finanziell derzeit weh. Allerdings können Verbraucher mit dem richtigen Einkaufsverhalten die Haushaltskasse ohne große Entbehrungen entlasten. Etwas mehr Planung und Disziplin gehört allerdings dazu. Aber immerhin gehört das zu den Dingen, die man selbst aktiv gegen die Preissteigerungen unternehmen kann. Mit diesen 15 Tipps unter anderem der Verbraucherzentrale Hamburg kann das gelingen. Los geht's:

1. Essensplan erstellen

Die Essenswoche sollte gut geplant sein. Wann wird zu Hause gegessen, wann etwas für die Arbeit benötigt? Wird alleine, mit der Familie oder mit Gästen gegessen? Geplant werden sollte, was sich gut verbinden lässt, auch hinsichtlich der benötigen Zutaten. Sollten Reste entstehen, sollte das Essen portionsweise eingefroren werden, um ein anderes Mal verzehrt zu werden.

2. Bestandsaufnahme des Kühlschranks

In Deutschland landen etwa 12 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr in der Mülltonne. Bevor es ans Einkaufen geht, sollte deshalb geschaut werden, was noch verbraucht werden kann.

3. Besser mit vollem Magen einkaufen

Nicht hungrig einkaufen gehen. Denn wer das tut, kauft tendenziell mehr ein.

4. Auf den Einkauf vorbereiten

Wer eine Einkaufsliste schreibt, kauft - im Optimalfall - nicht mehr, als tatsächlich benötigt wird. Eine Liste ist auch ein gutes Mittel gegen die Tricks der Supermärkte und Hersteller, mit geschickter Platzierung und greller Werbung zu Impulskäufen anzuregen. Bis zu 50 Prozent machen diese Spontankäufe aus, die den Händlern gute Margen sichern.

Spontan gekaufte Sonderangebote vermitteln zwar das Gefühl, Geld zu sparen, doch was nützen einem Lebensmittel, die man gar nicht isst? Das gilt ebenso für Großpackungen mit Mengenrabatt (3 zum Preis von 2/ab 3 Packungen günstiger). Die kosten erst einmal mehr, landen aber schlimmstenfalls im Müll, weil sie eigentlich nicht benötigt werden.

5. Nach Möglichkeit nur mit Korb einkaufen

Wenn nicht gerade der wöchentliche Großeinkauf ansteht, sollten die Waren besser in einem Korb kommen und nicht in einem überdimensionierten Einkaufswagen. Denn Letzterer täuscht über die Anzahl der zu bezahlenden Waren.

6. Sonderangebote im Blick behalten

Wer auf eine bestimmte Marke, auf ein bestimmtes Produkt nicht verzichten möchte, auch wenn sie etwas teurer ist, sollte bewusst auf Ankündigungen von Sonderangeboten im Supermarkt achten. Viele Marken verkaufen ihre Waren in regelmäßigen Abständen besonders günstig und kündigen dies in ihren Prospekten an. Wenn Sie diese Aktionen bewusst nutzen, kann Geld gespart werden. Dennoch sollte beachtet werden, dass Sonderangebote für Markenprodukte meist noch teurer sind als Eigenmarken in oft ebenso guter Qualität.

7. Nur noch kurz haltbare Lebensmittel bevorzugen

Auch mit dem Kauf nur noch kurz haltbarer Lebensmittel kann einiges an Geld gespart und obendrein etwas gegen die Verschwendung von Lebensmitteln getan werden. Viele Discounter und Supermärkte präsentieren Produkte, deren Mindesthaltbarkeitsdatum bald abgelaufen ist, in separaten Kartons zur Auslage oder sie weisen im Regal mit auffälligen Stickern auf die Produkte hin. Vor allem, wenn nach Lebensmitteln gesucht wird, die bald zubereitet werden sollen, sind diese preiswerten Angebote eine gute Wahl.

Seit dem 1. Mai können zudem Produkte, die nicht mehr lange haltbar sind, einfacher rabattiert werden. So muss nicht mehr ein neuer Endpreis auf dem Preisschild ausgewiesen werden. Es reicht ein Aufkleber, wie etwa "20 Prozent billiger". Für Verbraucher muss aber deutlich erkennbar gemacht werden, dass die Ware für den baldigen Konsum bestimmt und nicht zum Bevorraten geeignet ist.

Apps wie beispielsweise Too Good To Go helfen dabei, Lebensmittel in Supermärkten zu retten, die am nächsten Tag nicht mehr verkauft werden könnten. Für einen geringen Betrag geben auch immer mehr Restaurants, Supermärkte, Hotels oder Bäckereien die Lebensmittel ab, die sie sonst wegwerfen würden. Es ist also eine Win-win-Situation: Die Anbieter verdienen noch etwas, werden ihre übrig gebliebenen Brötchen und Speisen los und Käufer kommen deutlich günstiger weg.

8. In verschiedenen Läden einkaufen

Okay, das ist etwas lästig. Aber auch in verschiedenen Läden einzukaufen, spart Geld, da die verschiedenen Supermärkte ihre Waren zu unterschiedlichen Preisen anbieten. Oftmals variiert der Preis für dasselbe Produkt stark.

9. Grundpreise vergleichen

Der Grundpreis muss je Kilogramm oder 100 Gramm angegeben werden und hilft, das günstigste Produkt im Angebot zu finden. Denn Füllmengen sind oft bei gleichen Packungsgrößen und Preisen unterschiedlich. Es lohnt sich auch, den Grundpreis abgepackter Wurst- und Käsewaren mit dem der Ware an der Theke zu vergleichen. Oft sind die verpackten Waren etwas günstiger.

Ab Ende des Monats gelten die neuesten Änderungen der Preisangabenverordnung. Damit soll der Preisvergleich von Produkten einfacher werden. Bisher kann der Grundpreis in verschiedenen Einheiten angegeben werden: pro Kilogramm oder pro 100 Gramm; pro Liter oder pro 100 Milliliter. Ab dem 28. Mai sind nur noch zwei Angaben erlaubt, nämlich der Preis für einen Liter beziehungsweise für ein Kilogramm.

10. In die unteren Regale schauen

Viele Supermärkte sortieren günstige Produkte und Eigenmarken meist nicht auf Augenhöhe ein. Wer Geld sparen will, muss sich also etwas mühen, um an die günstigeren Produkte heranzukommen beziehungsweise diese zu erspähen. Daher werden diese auch Bückware genannt. Im direkten Blickfeld stehen in der Regel die teureren Markenprodukte.

11. Saisonales Obst und Gemüse kaufen

Obst und Gemüse der Saison sind in der Regel günstiger als zeitlose Ware. Aktuell sind das vor allem eingelagerte Äpfel, Kartoffeln, Möhren, Wirsing, Steckrüben, Kohl und Rote Bete. Auch aus diesen altbekannten und leider aus dem Blickfeld geratenen Lebensmitteln lassen sich schmackhafte und preiswerte Gerichte zaubern. Aus geschütztem Anbau (abgedeckt mit Vlies oder Folie) kommen jetzt bald Blumenkohl, Radieschen, Feldsalat und Rucola.

Auch bei Produkten, die direkt beim Erzeuger gekauft werden, kann gespart werden. Eine Recherche in der näheren Umgebung kann lohnen. Während im Supermarkt oft teure Markenäpfel angeboten werden, kann man bei Erzeugern oft noch günstige Sorten finden.

12. Convenience meiden

Für Fertigprodukte, die das Rühren, Schnippeln oder Putzen sparen, muss in der Regel draufgezahlt werden. Verzichtet man auf diesen küchentechnischen Service der Anbieter, lässt sich Geld einsparen. Wer drei Euro mehr am Tag für Fertiglebensmittel ausgibt, ist pro Jahr immerhin mehr als 1000 Euro los.

13. Hamsterkäufe vermeiden

Öl ist derzeit Mangelware. Vor allem Sonnenblumenöl sucht man im Supermarkt derzeit oft vergebens. Doch das ist kein Grund, zum Hamster zu werden, denn es handelt sich lediglich um vorübergehende Lieferengpässe. Hamsterkäufe treiben die Preisspirale weiter an – und das nützt niemandem. Immerhin können Alternativen wie Rapsöl das Sonnenblumenöl ersetzen.

14. Wasser aus der Leitung trinken

Auch wer mit streng kontrolliertem Trinkwasser aus dem Hahn seinen Durst löscht, kann seine Ausgaben senken. Sofern sich keine alten Bleileitungen im Haus befinden, kann dies bedenkenlos getan werden. Zudem muss der Trinkwasserversorger auf Nachfrage über die Qualität informieren. Wer gerne Wasser mit Kohlensäure trinkt, sollte einen Sodawasser-Bereiter nutzen.

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15. Auf To-go-Ware verzichten

Auch wenn es schwerfällt: Wer auf den Kaffee oder das belegte Brötchen vom Bäcker oder Barista auf dem Weg zur Arbeit verzichtet, kann sein Budget deutlich drücken. Wer stattdessen daheim selber schmiert und brüht, kann so zuverlässig ein paar Euro einsparen.

(Dieser Artikel wurde am Sonntag, 08. Mai 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, awi

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