Ratgeber

Nie mehr ins Büro? Jeder Vierte will für immer im Homeoffice bleiben

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Hauptgrund für die wachsende Beliebtheit der Arbeit zu Hause ist der Umfrage zufolge die Zeitersparnis durch die wegfallenden Wege zur Arbeit.

(Foto: imago images/Christian Ohde)

Vor der Pandemie war die Arbeit im Homeoffice von Arbeitgebern oft bestenfalls zähneknirschend geduldet. Mittlerweile konnten die Beschäftigten beweisen, dass etwaiges Misstrauen unangebracht ist. Und egal, wie die Corona-Bedrohungslage ist: Ein Viertel der Arbeitnehmer möchte gar nicht mehr zurück ins Büro.

Die Corona-Pandemie ist nicht nur schlecht. So konnten beispielsweise Heerscharen von Beschäftigten beweisen, was sie auch von daheim im Homeoffice zu leisten imstande sind. Und Arbeitgeber durften endlich Vertrauen zu ihren Mitarbeitern lernen. Zwar nicht ganz freiwillig, aber was solls.

Kurzum, Corona hat in vielen Branchen die Art der Arbeit verändert. Viele Arbeitnehmer arbeiten inzwischen regelmäßig von zu Hause aus - und wollen das auch in Zukunft tun. Mehr als zwei Drittel der Beschäftigten in Deutschland, die während der Corona-Pandemie im Homeoffice gearbeitet haben, wollen das einer Yougov-Umfrage zufolge auch weiterhin tun. So habe die Beliebtheit des Arbeitens in den eigenen vier Wänden im Zuge der Pandemie noch zugenommen, teilte der Energieversorger Eon mit, der die Umfrage in Auftrag gegeben hatte.

Bei der Befragung hätten demnach 71 Prozent den Wunsch geäußert, auch künftig im Homeoffice arbeiten zu können. Zu Beginn der Pandemie seien es im Mai 2020 nur 58 Prozent gewesen. Ständig zu Hause arbeiten möchte ein gutes Viertel (26 Prozent) der Befragten. 45 Prozent wollen das Homeoffice und den Arbeitsplatz im Büro mehrmals in der Woche wechseln.

Zeit- und Fahrtkostenersparnis und Entlastung der Umwelt

Hauptgrund für die wachsende Beliebtheit des Homeoffice ist der Umfrage zufolge die Zeitersparnis durch die wegfallenden Wege zur Arbeit. Diesen Grund hätten 70 Prozent der Befragten genannt. Weitere Gründe seien die flexiblere Arbeitszeiteinteilung (57 Prozent), die eingesparten Fahrtkosten (52 Prozent) und die Entlastung der Umwelt (43 Prozent).

Jeder Fünfte (20 Prozent) würde laut der Umfrage sogar seinen Job kündigen, sollte er nach Auslaufen der Corona-Maßnahmen zurück ins Büro müssen. 14 Prozent der Befragten seien dazu bereit, nach überstandener Krise auf ein bis fünf Prozent ihres Gehalts zu verzichten, wenn sie zwischen Homeoffice und der Arbeit im Büro flexibel wählen können. 7 Prozent würden dafür sogar noch größere Gehaltseinbußen akzeptieren: 6 bis 10 Prozent. Für 69 Prozent der Befragten ist ein Gehaltsverzicht dagegen nicht vorstellbar.

Fast die Hälfte aller Befragten (46 Prozent) erwartet von der künftigen Bundesregierung außerdem eine Regelung, die garantiert, dass Arbeitnehmer zumindest teilweise im Homeoffice arbeiten können. Zumindest dann, wenn es sich bei den Jobs vorwiegend um Bürotätigkeiten handelt.

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Grundsätzlich gilt: Wenn sich kein Anspruch auf Arbeiten im Homeoffice aus dem Arbeitsvertrag ergibt, so ist der Arbeitnehmer verpflichtet, seiner Arbeit in den Räumlichkeiten des Unternehmens nachzukommen.

Nach Berechnungen des Digitalverbands Bitkom werden auch nach Ende der Corona-Pandemie sehr viel mehr Menschen im Homeoffice arbeiten als zuvor. Mehr als jeder Dritte werde den Arbeitsort flexibel wählen. Vor der Pandemie war Homeoffice den Angaben zufolge eher die Ausnahme. Lediglich 3 Prozent der Berufstätigen (1,4 Millionen) arbeiteten ausschließlich im Homeoffice, weitere 15 Prozent (6,3 Millionen) teilweise.

Quelle: ntv.de, awi/dpa

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