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Wilde Fische machen das Rennen Jeder vierte Lachs hat ein Problem

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Nahezu alle getesteten Fische konnten geschmacklich und mikrobiologisch überzeugen.

(Foto: imago stock&people)

Die Zeiten, als der Verzehr von Lachs als Statussymbol gewertet wurde, sind vorbei. Aber auch wenn es sich nun fast jeder leisten kann, den Fisch auf den Toast zu legen, sollte die Qualität stimmen. Öko-Test verrät, bei welchem Räucher- und Wildlachs zugelangt werden kann.

Viel Eiweiß, gesundes Fett und lecker: Lachs gilt seit jeher als Delikatesse. Und es ist nur ein paar Jahrzehnte her, da musste er auch als politisches Statement herhalten. Kam bei den einen zäher Haferbrei auf den Löffel, wurde beim politischen Gegner Schampus mit Lachsfisch aufgefahren. Der Fisch als Politikum. Heutzutage wird um anderes gestritten und Lachs ist für nahezu jedermann erschwinglich.

Noch dazu ist er mittlerweile in jedem Supermarktkühlregal zu finden. Wenn es da nur nicht die eine oder andere unschöne Belastung gäbe, wie Öko-Test feststellen musste. Aber der Reihe nach. Eigentlich ist der Verzehr von Lachs eine gesunde Sache. Denn neben Vitaminen, Mineralstoffen und leicht verdaulichem Eiweiß enthält er vor allem ordentlich Omega-3-Fettsäuren. Dabei ist der Fettgehalt beim Zucht- höher als beim Wildlachs. Schmecken soll er natürlich auch noch und unbedenklich für die Gesundheit sein.

Das Ergebnis? Durchwachsen

Womit wir wieder bei Öko-Test und der jüngsten Untersuchung des Verbrauchermagazins wären. Die Tester wollten genau wissen, was 20 Räucherlachs-, Bio-Räucherlachs- und Wildlachsprodukte taugen. Alle Waren wurden auf Keime und Geschmack geprüft. Die Zuchtlachse analysierten die von den Experten beauftragten Labore zudem auf das bedenkliche Konservierungsmittel Ethoxyquin und eines seiner Abbauprodukte. Weitere Analysen betrafen Rückstände von Antibiotika. Wildlachse wurden zudem auf das Vorhandensein der wenig appetitlichen, aber harmlosen Fadenwürmer gecheckt.

Das Ergebnis? Durchwachsen. 6 von 15 Zuchtlachsen im Test sind mit Ethoxyquin belastet. Hersteller von Fischmehl und Fischöl setzen es ein, um das Futter auf dem Transport vor oxidativem Abbau und einer Selbstentzündung zu schützen. Ethoxyquin steht jedoch unter Krebsverdacht. Insgesamt können die Tester nur drei Wildlachs-Produkte mit "sehr gut" empfehlen. Zugreifen kann man demnach unter anderem beim "Friedrichs Kodiak Wildlachs Smoked" (6,49 Euro). Genau wie bei den beiden mit "gut" bewerteten Produkten (unter anderem dem Bio-Räucherlachs von Laschinger für 3,69 Euro).

Von fünf Lachs-Waren wird hingegen abgeraten (unter anderem "K-Classic Räucherlachs" von Kaufland und Wechsler Schottischer Lachs - beide sind "mangelhaft" und mit Ethoxyquin). Ein Marken-Räucherlachs "Friedrichs Original" fällt vor allem wegen des vernachlässigtem Tierwohls mit "ungenügend" krachend durch den Test und sollte deshalb natürlich auch nicht auf den Toast.

Aber immerhin, nahezu alle getesteten Fische konnten geschmacklich und mikrobiologisch überzeugen. Letzteres beruhigt, da Räucherlachs leicht verderblich ist.

Abschließend noch ein Tipp: Um Räucherlachs unbeschwert genießen zu können, gehört er in den Kühlschrank, dessen Temperatur maximal sieben Grad Celsius betragen sollte. Das volle Aroma entfaltet der Lachs, wenn er 30 Minuten vor dem Verzehr auf den Tisch kommt.

Quelle: n-tv.de, awi

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